Publikationen

Nah am Wasser gebaut

Frank Ivemeyer, Kanzler der Hochschule für Musik und Theater, führt Sie in diesem Buch durch das Hochschulgebäude und begibt sich mit Ihnen auf kulturhistorische Spurensuche durch 300 Jahre Klostergeschichte. Einen Einblick in das Denken der Franziskaner im ausgehenden Mittelalter gibt ihre Rostocker Bibliothek, die Sie dabei ebenfalls kennenlernen.
Der Musikwissenschaftler Prof. Hartmut Möller stellt Ihnen die Musik vor, die hier erklang, indem er erhaltene Fragmente von Noten- und Textblättern darauf befragt, ob sie aus St. Katharinen stammen.

Der Gründungsrektor, Prof. Wilfrid Jochims, schrieb das Grußwort.

»Wir wissen nicht was ein Kloster ist.
Baut uns ein Haus am Wasser, damit wir im Fluss die Füße waschen können.«

Das Beiheft enthält die Anmerkungen zum Bibliothekskatalog des Franziskanerklosters.

Dieses Buch erscheint als Edition der Hochschule für Musik und Theater Rostock hmt Rostock, Beim St.-Katharinenstift 8, 18055 Rostock

im Verlag der anderen Buchhandlung, www.anderebuchhandlung.de

1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-9809413-1-0
Preis: 29,80 €

Ein Blick ins Buch "Nah am Wasser gebaut"

Leseprobe

Ein Schatz, vergraben in einem Bettelordenskonvent

Unweit des Schlusssteines, dessen einstige Verwendung noch im Dunkeln liegt, sind figürlich bemalte Glasscherben und der Münzschatz angefunden worden. Wenn die Franziskaner die selbst auferlegten Bauregeln in Rostock ernstgenommen haben, dürfte das farbige figürlich bemalte Glas nur im Chorraum Verwendung gefunden haben. Das könnte die Herkunft der an anderer Stelle wieder verwendeten Konsolen und eben des Schlusssteines erklären. Können denn die Münzen etwas dazu beitragen, diese Fragen zu beantworten? Der Reiz von Münzschätzen besteht darin, abgesehen von der Freude der Numismatiker an deren Glanz, dass sie den Zeitpunkt ihrer Niederlegung kaum verbergen können, und damit ihr Fundumfeld zeitlich bestimmen lassen. So auch hier: Die Münzen wurden zwischen 1313 und spätestens 1335 geprägt.1 Weil es sich um Münzen einerseits aus Florenz und andererseits aus London, Canterbury und Durham handelt, werden nach dem letzten möglichen Prägedatum vermutlich noch ein paar Jahre ins Land gegangen sein, bis sie in Rostock im Baugrund verschwanden. Auf den ersten Blick verwundert, dass die Münzen

überhaupt ‚ins Land gegangen sind‘. Was suchen ein italienischer Golddukaten, ein Floren, italienisch Fiorino d’oro, von 1313 und englische Silbermünzen, Sterlings, in der Rostocker Franziskanerniederlassung? Naheliegend, möchte man meinen, William von Baskerville2 habe sie auf seinem Rückweg aus dem italienischen Norden auf einem Umweg über die Provinz Saxonia in Rostock zurückgelassen. Es hätte seine letzte Reise sein können, teilt uns sein Chronist Adson von Melk doch mit: „Ich habe ihn niemals wiedergesehen. Nach vielen Jahren erzählte mir jemand, er sei der großen Pest zum Opfer gefallen, die Europa um die Mitte des Jahrhunderts verheerte.“ In Rostock wütete sie genau zur Jahrhundertmitte.


1 Fried, Scherflein, S. 477 f.

2 Umberto Eco siedelt seinen Roman „Der Name der Rose“ im Herbst 1327 an, die englischen Münzen lassen sich nicht so exakt wie die italienische Münze datieren, sie stammen aus dem Zeitraum 1279-1335, die Hypothese ist also wenigstens nicht zu widerlegen.

Wissenschaftliche Publikationen (Auswahl)

  • Alge, Barbara (Hg.), 2013, Transatlantic Musical Flows in the Lusophone World, the world of music (new series) 2.2
    Weitere Information dazu erhalten Sie online im Journal The World of Music

  • Alge, Barbara & Krämer, Oliver (Hg.). 2013. Beyond Borders: Welt- Musik- Pädagogik. Musikpädagogik und Ethnomusikologie im Diskurs. Augsburg: Wissner.

    Musikpädagogik und Ethnomusikologie arbeiten nicht nur mit ähnlichen Begriffen, sondern sind auch aufeinander angewiesen, was Erkenntnisse, Forschungsmethoden und Vermittlungsfragen anbelangt. Der vorliegende Band beruht auf der Einsicht in die Notwendigkeit eines engeren Austauschs zwischen beiden Wissenschaften. Die einzelnen Beiträge widmen sich den Grundbedingungen von Hören und Verstehen angesichts musikalischer Vielfalt und sich wandelnder kultureller Kontexte, dem Spannungsverhältnis zwischen Identität und Diversität bei der Suche nach Eigenem und gleichzeitiger Offenheit gegenüber Anderem, der Frage nach Authentizität und Adaption in einer immer stärker vernetzten Welt, der Reflexion der eigenen beruflichen Rolle zwischen Involviertheit und Distanz und der Einsicht in Geschichtlichkeit und Globalisierung als mögliche Bestimmungsmerkmale eines zukunftsfähigen Bildungsbegriffs.

  • Marion Küster (Hg.): Theater mit mir?! "Der geschützte Raum". Eine Konferenzdokumentation, Schibri-Verlag 2011
  • Gaul, Magnus & Lang, Simone (Hg.) (2012): Voice Coaching. Zum richtigen Umgang mit der Stimme im Lehrberuf. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

    Im Berufsalltag ist für Lehrer die Sprech-, bisweilen auch die Singstimme das Instrument, das dauerhaft belastet und daher stark anfällig ist. Das vorliegende Buch liefert einen Überblick über Hintergründe aus der Medizin,Forschung und Unterrichtspraxis und macht praktische Vorschläge, wie Stimmbelastungen und drohenden Stimmschäden vorgebeugt werden kann. Es richtet sich nicht nur an Lehrerinnen und Lehrer aller Fächer, an Lehramtsstudenten und Referendare,sondern an all diejenigen, die in ihrem Beruf stimmlich stark gefordert sind. Ihnen werden Hilfen an die Hand gegeben, um die körpereigenen stimmlichen Ressourcen gezielt einzusetzen und auf diese Weise die individuellen Voraussetzungen zur Berufsausübung dauerhaft zu erhalten.
    Die Publikation ist in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater Rostock und des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Rostock entstanden, umfasst 310 Seiten und kann über die hmt bestellt werden, Preis: 19.80 €
  • Petrat, Nicolai: Glückliche Schüler musizieren besser! Neurodidaktische Perspektiven und Wege zum Musikmachen. Forum Musikpädagogik Band 121, Augsburger Schriften. Augsburg, Wißner-Verlag. 2014

  • Musik bewegt uns, erzeugt Emotionen. Häufig empfinden wir Glücksgefühle, wenn wir Musik hören oder auch selber auf einem Instrument spielen. Wodurch aber wird die besondere musikalische Qualität erreicht, die uns beim musikalischen Vortrag innerlich so bewegt? Für Nicolai Petrat liegt der Schlüssel in einer glücklichen Verfassung von Musizierenden.
    Nach heutigen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen steht fest: Glückshormone haben Einfluss auf die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns. Der Autor zeigt in diesem Buch, dass eine glückliche Grundstimmung dazu beiträgt, die musikalischen Fähigkeiten auf dem Instrument besser zur Geltung kommen zu lassen: Schüler können ihr mitgebrachtes Potenzial besser nutzen, ihre Musik noch intensiver und lebendiger auf ihren Instrumenten ausdrücken. Sie bekommen sogar mehr Spaß am Musizieren. Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle, auf welchem Niveau musiziert wird. Eine glückliche Grundhaltung wirkt sich auf jede Art musikalischen Lernens und Ausdrückens mit einem Musikinstrument aus.
    ISBN 978-3-89639-934-2: 29,80 €
  • Fox-Gál, Eva und Anthony Fox: Hans Gál. Ein Jahrhundert Musik /
    Hrsg. von Gerold Gruber – Berlin: Hentrich & Hentrich, 2012. – 88 S.: Abb. (Jüdische Miniaturen ; 131)
    ISBN 978-3-942271-77-6 : € 8,90 (kt.)

  • Der Komponist und Musikwissenschaftler Hans Gál (1890-1987) wurde am 5. August 1890 in Brunn am Gebirge nahe Wien geboren. Von Dezember 1929 bis März 1933 war er Direktor der Musikhochschule in Mainz. Nach der Machtübernahme Hitlers verlor er diesen Posten. Mit seiner Familie entfloh er dem Terror nach England und wurde dort zusammen mit anderen Flüchtlingen als "enemy alien" interniert. Nach seiner Freilassung ließ er sich in Edinburgh nieder und war bis ins hohe Alter aktiv. Seine Werke wurden vor dem Zweiten Weltkrieg häufig aufgeführt, insbesondere seine Opern waren an zahlreichen Opernhäusern in Deutschland jahrelang präsent. Nach 1945 wurde Hans Gál in weiten Teilen Europas vergessen. Erst in letzter Zeit beginnt man sich wieder mit seinen Werken zu beschäftigen.
    Das Buch ist eine Koproduktion der hmt und exil.arte Wien.
  • Klaus Bertisch: Leo Smit. Unerhörtes Talent /Hrsg. von Hermann Simon  – Berlin: Hentrich & Hentrich, 2014. - 101 S.: Abb. (Jüdische Miniaturen ; 156) ISBN 978-3-95565-070-4 :  € 8,90 (kt.)

    Leo Smit (1900-1943) studierte Klavier und Komposition am Amsterdamer Konservatorium. Wie viele niederländische Komponisten seiner Zeit war er von der neuen französischen Musik fasziniert und ging 1927 nach Paris, wo er neun Jahre lebte und von Komponisten wie Milhaud, Ravel und Strawinsky inspiriert wurde. Das Concertgebouw Orchester spielte mehrere seiner Stücke, dirigiert von Eduard van Beinum und Pierre Monteux. Smit komponierte im neoklassischen Stil, deutlich beeinflusst von der neuen Musik. Viele seiner Werke enthalten Anleihen aus dem Jazz. Seine Kompositionen sind insgesamt warm und melodiös, klassisch in der Form und kühn in den Harmonien. Ende April 1943, zwei Monate nach Vollendung seiner wunderbaren Sonate für Flöte und Klavier, wurde Smit ins Konzentrationslager Sobibor deportiert und sofort ermordet.

Semesterzeitung "Klangspiele"

Zwischen 2007 und 2014 erschienen insgesamt 15 Ausgaben der Semesterzeitung "Klangspiele".

Nach der 15. Ausgabe bzw. sieben Jahren wird die „Klangspiele“ eine kreative Pause einlegen. Wir werden die Unterbrechung dazu nutzen, um über neue Wege nachzudenken. Vor dem Hintergrund knapper Ressourcen ist es an der Zeit, sich von Altem zu verabschieden, um Veränderungen einzuleiten.

Hier finden Sie alle erschienenen Ausgaben als pdf zum Download.

 

 

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Foto: Thomas Häntzschel
Hochbegabtenförderung
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