Diskussion Musikpädagogik


zum Heft Schulbücher im Musikunterricht beim Junker-Verlag

Schulbücher im Musikunterricht (Heft 95 | 03/2022)

hrsg. von Rebekka Hüttmann, Oliver Krämer und Annette Ziegenmeyer.
Hamburg: Hildegard-Junker-Verlag 2022.

Orientieren sich Unterrichtsplanung und -gestaltung in den naturwissenschaftlichen Fächern und in den einzelnen Fremdsprachen zumeist an einer von Schulbüchern vorgegebenen inhaltlichen Progression, so stellt sich die Situation im Fach Musik anders dar. Einer Vielzahl an Schulbüchern, die auf der Basis einer insbesondere in Deutschland gepflegten und gewachsenen, breiten Schulbuchtradition entstehen, steht die Beobachtung gegenüber, dass Musiklehrkräfte ihren Unterricht vor allem individuell gestalten möchten und daher auf Schulbücher eher im Sinne eines Steinbruchs zurückgreifen. Schulbücher im Musikunterricht werden also weniger als permanent begleitendes Medium zur Unterrichtsplanung und -gestaltung eingesetzt, sondern geben vielmehr punktuelle Impulse in Bezug auf ein spezifisches Themenfeld, das im Unterricht erarbeitet werden soll. Mit Blick auf die Frage, was Musikschulbücher leisten sollen, wird der in der Musikpädagogik vergleichsweise überschaubare Stand der Schulbuchforschung deutlich, der seit Hans Jüngers ausführlichem Forschungsüberblick (Jünger, 2006) nicht sehr angewachsen ist. Dennoch sind in den vergangenen Jahren „viele Fenster aufgestoßen, viele Wege angebahnt und viele Perspektiven eröffnet worden“, wie Stefanie Rogg in ihrer Dissertation zu den didaktischen Funktionen musikpädagogischer Aufgabenstellungen bemerkt. 

Aus dem Inhalt:

  • Wollinger, Alwin: Die Konzeption von Schulbüchern. 15 Einflussfaktoren oder die Quadratur des Kreises.
  • Schillmöller, Mathias: Künstlerisches Ideal, pädagogische Praxis und Vorgaben des Verlags. Wie man ein Schulmusikbuch schreibt. Ein Erfahrungsbericht.
  • Granzow, Jonathan: Öffnen und Beschränken. Die Sprache von Kompositionsaufgaben als Auslöserin kreativer Denkprozesse
  • Kuntze-Krakau, Christian: Die Fuge als Unterrichtsgegenstand in schulischen Lehrwerken.
  • Lutz, Julia: „Musik sollte auch intuitiv und aktiv unterrichtet werden, nicht zu viel Theoretisches aus Büchern“. Sichtweisen auf Schulbücher für den Musikunterricht in der Grundschule.
  • Parma, Carl: Steinbruch und Wegweiser. Schulbücher im Musikunterricht der Oberstufe
  • Hans Jünger, Carl: Das Musik-Schulbuch der Zukunft. Digital, innovativ, gemeinwirtschaftlich.
  • Zacheja, Heidi: Bildungsplattformen als Alternative oder Ergänzung zum Schulbuch: Lernen und Lehren mit frei zugänglichen, kostenlosen und geprüften Materialien. Das Fachportal Musik der Bildungsplattform und Suchmaschine ,Wir Lernen Online‘ (WLO).
  • Mastnak, Wolfgang: Akademische Heterogenität in der Musikpädagogik. Interview mit Prof. Dr. Hans-Ulrich Schäfer-Lembeck.

 

zum Heft Intersektionalität beim Junker-Verlag

Intersektionalität (Heft 94 | 02/2022)

hrsg. von Rebekka Hüttmann, Oliver Krämer und Annette Ziegenmeyer.
Hamburg: Hildegard-Junker-Verlag 2022.

In der gesellschaftlichen und politischen Debatte erfahren diskriminierungskritische Themen seit einiger Zeit verstärk­te Beachtung. Medial sichtbar werden sie unter anderem durch Bewegungen wie #MeToo oder #BlackLivesMatters, die vor Augen führen, wie tief strukturelle Diskriminierung in der Gesellschaft verankert ist. Der Begriff ,Intersektionalität‘ lenkt die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass in vielen Fällen mehrere Kategorien der Ungleichheit, Diskriminierung und Unterdrückung miteinander verschränkt sind – dazu gehören beispielsweise die Aspekte class, gender, race/ethnicity und body. Bei der intersektionalen Perspektive geht es darum, die Kategorien weder einzeln noch additiv zu betrachten, sondern in ihrer Interdependenz: Die Dimensionen der Ungleichheit und Diskriminierung wirken nicht isoliert voneinander, sondern sie interagieren und können sich gegenseitig verstärken. Auch im schulischen Musikunterricht bestehen komplexe intersektionale Ungleichheitsverhältnisse, die in den letzten Jahren verstärkt in den Blick von internationalen musikpädagogischen Diskursen gerückt sind. Indes befindet sich die deutschsprachige musikpädagogische Forschung zum Thema ,Intersektionalität‘ noch am Anfang. Während es zur Kategorie gender inzwischen zumindest einige Forschungsbeiträge gibt, ist die Betrachtung weiterer Ungleichheitskategorien und insbesondere ihrer Intersektionen noch weitgehend ein Desiderat. Dementsprechend will das vorliegende Heft dazu beitragen, den Fachdiskurs anzuregen und voranzubringen.

Aus dem Inhalt:

  • Grow, Joana Grow; Tralle, Eva-Maria; Waldvogel, Sophia: Intersektionalität in der Musikpädagogik. Ansätze und Potenziale für die musikpädagogische Forschung und Unterrichtsentwicklung.
  • Bates, Vincent C.: Intersectionality for Social Justice in Music Education.
  • Dunkel, Mario; Friedmann, Sophia; Janßen, Rena; Osman, Shanti Suki; Waldvogel, Sophia: Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte an der Schnittstelle von Musikpädagogik und Intersektionalität.
  • Dauth, Timo J.: „Not exactly livin’ in the land of opportunity”Sister Act 2: Back in the Habit als Gegenstand der Auseinandersetzung mit Intersektionalität im Musikunterricht.
  • Osman, Shanti Suki: Wege zu intersektionaler diskriminierungs-kritischer Musikvermittlung auf der Grundlage eines reflexiven Diversitätsverständnisses in der Musiklehrkräftebildung.
  • Grow, Joana; Roth, Anna Theresa: Genderforschung und Intersektionalität Ein Überblick über empirische Studien ab 2000.
  • Siedenburg, Ilka: Von der Gendersensibilität zur Intersektionalität?– Musikunterricht als Möglichkeitsraum zur Überwindung von Polarisierungen.

zum Heft Konstruktion von Fachlichkeit beim Junker-Verlag

Konstruktion von Fachlichkeit (Heft 93 | 01/2022)

hrsg. von Rebekka Hüttmann, Oliver Krämer und Annette Ziegenmeyer.
Hamburg: Hildegard-Junker-Verlag 2022.

Die Idee zu diesem Heft geht auf die Wintertagung der AG Schulmusik vom Anfang des Jahres 2020 zurück. Als eine der letzten Zusammenkünfte in Präsenz fand sie vom 16.–18. Januar 2020 an der Hochschule für Musik und Theater Rostock statt. Im Zentrum der Auseinandersetzung stand dort das Thema Konstruktion von Fachlichkeit in den Lehramtsstudiengängen Musik. Dabei sollte es auch um den Austausch der Musikpädagogik mit der Musikwissenschaft und Musiktheorie gehen und um die Frage, wie die Schwesterndisziplinen gemeinsam zum Aufbau des Fachverständnisses von Studierenden beitragen können. Fachliche Fortentwicklungen in der Musikwissenschaft und Musiktheorie kamen in diesem Rahmen ebenso zur Sprache wie Anregungen, was das veränderte Fachverständnis innerhalb der Bezugsdisziplinen für die Fachlichkeitsvorstellungen zukünftiger Musiklehrender bedeuten könnte. Aus den Impulsen der Wintertagung sind nun, zwei Jahre später, die ersten drei Beiträge dieses Heftes hervorgegangen.

Aus dem Inhalt:

  • Malmberg, Isolde: Fachlichkeit und Fachlichkeitskonstruktionen.
  • Wasserloos, Yvonne: “Knowing Music“ versus ”Making Music”? Überlegungen zur Intradisziplinarität von Musikwissenschaft und Musikpädagogik.
  • Lang, Benjamin: Musiktheorie heute. Eine fachliche Standortbestimmung.
  • Richter, Christoph: Die Frage nach dem Fachlichen. Auszüge aus: Das Fachliche, das Fachübergreifende und das Fächerverbindende (1996).
  • Jank, Werner: Das Fachliche gibt es nur im Plural.
  • Lutz, Julia: Zwischen Erfahren und Erleben, Wissen und Können. Gedanken zur Fachlichkeit des Musikunterrichts in der Grundschule.
  • Kivi, Alexis: Öffnungen des Fachlichen im Musik­unterricht. Bestehende Perspektiven und Neuinter­pre­ta­tionen der Idee des Fachübergreifenden (online-Beitrag)
  • Richter, Christoph: Das Fachliche, das Fachübergreifende und das Fächerverbindende (1996) (online-Beitrag).
  • Handschick, Matthias: „Gefällt mir“ / „gefällt mir nicht“. Über den Mangel an ästhetischem Streit in der Musikpädagogik, ein dreifaches kompositionspädagogisches Dilemma und kreative Studienbereiche mit digitalen Medien.
  • Schneider-Binkl, Sabine: Perspektiven interdisziplinärer Betrachtungen für die Musikpädagogik.
  • Heiss, Isabelle Sophie; Scharnick, Elisabeth: Was passiert eigentlich in dieser sogenannten Grauzone? Nähe und Distanz im instrumental- und gesangspädagogischen Alltag.

zum Heft Corona beim Junker-Verlag

Corona (Heft 92 | 04/2021)

hrsg. von Rebekka Hüttmann, Oliver Krämer und Annette Ziegenmeyer.
Hamburg: Hildegard-Junker-Verlag 2021.

Während sich die Schulen wegen der ungeimpften Kinder und Jugendlichen frühzeitig auf einen weiteren ungewissen Winter einstellen mussten, verkündeten die Musikhochschulen und Universitäten zunächst vielfach die Rückkehr zur analogen Studienrealität. Dass der dahinterstehende Optimismus verfrüht war, zeigt sich jetzt nur wenige Wochen nach Semesterbeginn. Und wiederum wird deutlich, dass das Musizieren besonders vulnerabel ist. Erneut sind es musikpraktische Veranstaltungen, Chorproben, Orchesterprojekte und Konzertvorhaben, die als erstes zur Disposition stehen, wenn es darum geht, die Welle der Infektionen zu brechen. Was nach bald zwei Jahren erstaunt, ist die Tatsache, wie wenig wir gelernt haben, mit den Zahlen umzugehen. Wir haben keine wirkliche Vorstellung von der Dynamik exponentiellen Wachstums, sonst würden Entscheidungsträger nicht solange warten, bis es eigentlich schon zu spät ist.

Die Einschränkungen der vergangenen Monate und die Ungewissheit, wie es weitergeht, bleiben jedoch nicht ohne Auswirkungen auf die Menschen und die Stimmungslage der Gesellschaft. Wolfgang Mastnak schildert, gestützt auf eine Fülle internationaler Studien, welche psychopathologischen Folgen Kontaktbeschränkungen und Homeschooling für Kinder und Jugendliche haben können. Verena Seidl beschreibt, wie sich die Planung und Durchführung von Musikunterricht in Coronazeiten verändern, wenn die Förderung psychischer Gesundheit neben fachlichen Lernzielen zu einem wesentlichen Anliegen des Musikunterrichts wird.

Doch auch das gehört zur Wahrheit der vergangenen beiden Jahre: Neben Mutlosigkeit und Resignation angesichts drastischer Einschnitte in Schule und Kulturleben hat die Notsituation auch erfinderisch gemacht. Die Ausnahmesituation hat neue Ideen hervorgebracht, wie musikalisches Lehren und Lernen auf originelle Weise in den digitalen Raum übertragen werden kann, wie der Kontakt mit Lernenden in der Schule und mit Studierenden an den Hochschulen und Universitäten dennoch gelingt, selbst wie Konzertveranstaltungen, Feiern, Tagungen und Conference Dinners mit Hilfe von Livestreams und Videokonferenzen erfolgreich über die virtuelle Bühne gebracht werden können.

Aus dem Inhalt:

  • Mastnak, Wolfgang: Psychopathologische Folgen der COVID-19-Ära. Eine Herausforderung für die Musikpädagogik?
  • Seidl, Verena: Musikunterricht in Coronazeiten.
  • Brunner, Georg; Treß, Johannes: „Da ist so ein bisschen Aufbruchstimmung …“. Einsichten zum Musikunterricht auf Distanz während der Corona-Pandemie.
  • Endres, Annika; Völker, Jonas: Warm-Ups 2.0. Produktion von Tutorials als digitale Alternative zum Anleiten von Gruppen.
  • Treß, Johannes: #Zusammenklang. Reflexion über ein coronabedingtes Online-Klangflächenprojekt.
  • Bernhofer, Andreas; Brunner, Georg; Hammerich, Helen; Krämer, Oliver; Mommartz, Sabine; Schellberg, Gabriele, Weyrauch, Ilona: Musik-Hochschullehre neu denken zwischen Digitalität und Präsenz. Ergebnisse einer Zukunftswerkstatt.
  • Brunner, Georg; Schellberg, Gabriele; Weyrauch, Ilona; Bernhofer, Andreas; Mommartz, Sabine: Musik(pädagogik) digital unterrichten an Universitäten. Eine Studie zur Akzeptanz digitaler Hochschullehre während der Pandemie im Vergleich zur Vor- und Nach-Corona-Zeit.
  • Gatz, Almut; Sammer, Gerhard: Digitales Lernen und Lehren. Eine Studie zu Perspektiven von Studierenden und Lehrenden der bayerischen Musikhochschulen in der Corona-Krise.
  • Hatice, Çeliktaş, Hatice; Kivi, Alexis; Koniari, Dimitra; Özeke, Sezen: Wie Musiklehrer:innen mit den Corona-Bedingungen im Musikunterricht umgehen. Ein Vergleich der Situationen in Deutschland, Griechenland und der Türkei.

zum Heft Gestaltung von Hochschulseminaren beim Junker-Verlag

Gestaltung von Hochschulseminaren (Heft 91 | 03/2021)

hrsg. von Rebekka Hüttmann, Oliver Krämer und Annette Ziegenmeyer.
Hamburg: Hildegard-Junker-Verlag 2021.

Das vorliegende Heft schließt thematisch an das vorhergehende an: Während sich das letzte Heft der Gestaltung von Musikunterricht in der Schule widmete, richtet sich der Blick nun auf den Unterricht für zukünftige Musiklehrer*innen, auf die Gestaltung von Hochschulseminaren.

In Hochschulen bilden Studienordnungen die Grundlage für die Planung und Durchführung von Seminaren. Innerhalb dieses Rahmens genießen Lehrende die im Grundgesetz verankerte akademische Freiheit, die auch die Freiheit der Lehre umfasst: Hochschullehrende sind frei in der Gestaltung ihrer Lehrveranstaltungen.

Ein wesentlicher Aspekt, der dabei immer im Blick sein sollte, ist die Einsicht, dass Lehramtsstudierende in Hochschulseminaren nicht nur das lernen, was vermittelt wird, sondern auch, wie es vermittelt wird. In diesem Sinne zeigt musikpädagogische Hochschullehre idealerweise Wege auf, wie später auch in der Schule unterrichtet werden kann.

Bei der Gestaltung von Hochschulseminaren grundsätzlich zu bedenken ist zudem die Frage nach den Rollen und dem Miteinander der verschiedenen Beteiligten: Ein Gedanke, der mehrere Beiträge dieses Heftes verbindet, betrifft das Anliegen, Studierende an der Gestaltung der Lehre unmittelbar partizipieren zu lassen, sie aktiv in die Planung, Durchführung und Reflexion einzubeziehen.

Aus dem Inhalt:

  • Krause-Benz, Martina: Gedanken zum Bildungspotenzial digitaler Hochschullehrveranstaltungen im Fach Musikpädagogik, vom Menschen und vom Tun her gedacht.
  • Lukas Bugiel, Lukas: Einführung in philosophische musikpädagogische Forschung. In Erinnerung an Hermann-Josef Kaiser.
  • Eifler, Johannes; Malmberg, Isolde; Pelz, Klara: Zukunftswerkstätten. Keimzellen für Zukunftsfähigkeit und Orte studentischer Verantwortungsübernahme.
  • Bartels, Daniela; Theuner, Felix: Musikpädagogik „auf Augenhöhe“. Ein Plädoyer.
  • Vollprecht, Anselm: Bandpraxis erfahren und ermöglichen. Versuchsraum für erfüllte Schulmusik.
  • Burton, Sebastian: Praxisorientierte Hochschullehre am Beispiel des Seminars „Angewandtes Arrangement“.
  • Krämer, Oliver: Komponierübungen als seminarbegleitender Handlungsstrang. Analytische Annäherung an Musik über differenzielles Gestalten.
  • Voit, Johannes: E-Gitarre, Geige oder DAW? Empirische Erkenntnisse zur Einbeziehung musikalischer Praxen durch Schüler*innen beim Komponieren im Musikunterricht.

zum Heft Gestaltung des Musikunterrichts beim Junker-Verlag

Gestaltung des Musikunterrichts (Heft 90 | 02/2021)

hrsg. von Rebekka Hüttmann, Oliver Krämer und Annette Ziegenmeyer.
Hamburg: Hildegard-Junker-Verlag 2021.

Musikunterricht an allgemeinbildenden Schulen ist der einzige Ort, an dem in musikalischer Hinsicht tatsächlich alle Kinder und Jugendlichen erreicht werden können. Gerade wegen dieser großen Reichweite sieht sich der Musikunterricht seit jeher hohen gesellschaftlichen Erwartungen und zum Teil auch idealisierten Leitvorstellungen gegenüber, die weit über die konkreten Vorstellungen und Wünsche von Schüler*innen und Eltern hinausgehen.

Rahmenlehrpläne formulieren in dieser Hinsicht gesellschaftliche Ansprüche sowohl auf der Ebene von allgemeinen Bildungszielen als auch in Form konkreter Fachziele für den Unterricht und bestimmen damit den Referenzrahmen, in dem sich die konkreten Gestaltungsmöglichkeiten von Musiklehrenden bewegen. Zusätzlich tragen Kulturinstitutionen, die sich um ihr zukünftiges Publikum sorgen, Kooperationsangebote an Schulen und deren Musikfachbereiche heran und bieten sich damit als Partner für eine Öffnung des Musikunterrichts im Bereich der kulturellen Bildung an. Ebenso suchen Musikschulen mit dem Angebot von Instrumentalunterricht aber auch mit Bildungsoffensiven wie dem JeKi-Progamm ihren Platz im Rahmen der Ganztagsschule. Ausgehend von der Vorstellung von Musik als einer universalen Sprache wird vonseiten der Bildungs- und Sozialpolitik zudem der gesellschaftspolitische Auftrag an das Fach herangetragen, mithilfe des Musizierens Integration und Inklusion voranzubringen. 

In diesem Netz vielgestaltiger Interessen, Ansprüche und Wirklichkeiten stellt sich die zentrale Frage, wie ein zeitgemäßer Musikunterricht gestaltet werden und im Hinblick auf Lernprozesse gelingen kann, der diese gesellschaftlichen Ansprüche und Wandlungen berücksichtigt und gleichzeitig die Lernenden mit ihren Motivationen und Interessenlagen zentral im Blick behält. Erschwert wird diese Aufgabe zusätzlich durch schwindende Stundenkontingente für den Musikunterricht und teilweise auch durch das Aufgehen des Fachunterrichts in neuen Fächerverbünden oder Aufgabenfeldern, die unter dem Etikett der ästhetischen Bildung letztlich auf eine Wahloption zwischen Musik, Bildender Kunst und Theater hinauslaufen und damit den verbindlichen Fachunterricht für alle unterlaufen.

Aus dem Inhalt:

  • Klose, Peter: Musikunterricht, vom Menschen und vom Tun her gedacht. Musikdidaktische Implikationen des Praxisbegriffs am Beispiel von Schulchor-AG, Chorklasse und gemeinsamem Singen im Musikunterricht.
  • Föster, Sabine: Kreatives Handeln kreativ bewerten? Anregungen aus der Forschung und Praxis des Musikunterrichts.
  • Gimaletdinow, Honza: Demokratieerziehung in der Schule aus der Perspektive des Musikunterrichts.
  • Jung, Julia: „Atmosphären der Stille“. Vom Innehalten und Zuhören im (Musik-)Unterricht.
  • Mönig, Marc: Wider das Erstarren des Kaninchens vor der Schlange. Grundzüge einer pragmatischen Vorstellung von Problemorientierung im Musikunterricht der Mittel- und Oberstufe.
  • Heukäufer, Norbert: Entdecken und Erforschen als Gestaltungsprinzip im Musikunterricht. Ein Plädoyer für einen induktiven Musikunterricht.
  • Fröhlich, Tilmann; Lunow, Susann; Paplowski, Christian; Rodewald, Sylke; Trusch, Karolin: Ein Jahr Musikunterricht in Zeiten von COVID-19: ein Erfahrungsbericht (gesammelt und zusammengestellt von Maximilian Piotraschke und Philipp Wöller).
  • Honnens, Johann: Hegemoniale Männlichkeiten in musikbezogenen Aushandlungen von Jugendlichen. Eine praxeologische und intersektionale Analyse.

zum Heft Das Musik-Abitur beim Junker-Verlag

Das Musik-Abitur (Heft 89 | 01/2021)

hrsg. von Rebekka Hüttmann, Oliver Krämer und Annette Ziegenmeyer.
Hamburg: Hildegard-Junker-Verlag 2021.

Am Musik-Abitur hängen vielfältige Erwartungen und Ansprüche, nicht nur bei den Lernenden, sondern auch bei den Lehrenden: Das Ansehen des Faches ist wohl noch immer an die historisch mühsam erkämpfte Abiturfähigkeit geknüpft. Doch zeigt sich Bewegung in der Frage, was das Musik-Abitur denn genau sein soll – oder besser: was es zukünftig vielleicht auch alles sein kann.

Aus dem Inhalt:

  • Mahlert, Ulrich: Zum Gedenken an Christoph Richter (1932–2020).
  • Parma, Carl: Die fachpraktische Prüfung im Abitur als Spiegelbild des Theorie-Praxis-Verhältnisses im Musikunterricht der Oberstufe.
  • Stellmacher, Anna; Früchte, Antonia; Wolff, Leon; Manecke, Lea Lotta; Zacharias, Theresa; Bense, Constanze: Das Musikabitur aus Sicht der Lernenden.Erfahrungsberichte ehemaliger Schülerinnen und Schüler (zusammengestellt und eingeleitet von Rebekka Hüttmann, Oliver Krämer und Annette Ziegenmeyer).
  • Koch, Jan-Peter: Zwei Schritt‘ vor und einen zurück? Das Zentralabitur in Mecklenburg-Vorpommern.
  • Mönig, Marc: Von der Herausforderung, musikpädagogische Intentionen und Pragmatismus, zentrale Vorgaben und Individualität sowie Eigensicht und Fremderwartungen zu verbinden. Der Umgang mit den Korrekturunterlagen im Zentralabitur Musik am Beispiel Nordrhein-Westfalens.
  • Hauff, Andreas; Junker, Joachim: Analyse und Interpretation im schriftlichen Abitur am Beispiel von Franz Schuberts „Lied der Mignon“ (D 877) und Robert Schumanns „Nur wer die Sehnsucht kennt“ (op. 98a). Ein Werkstattbericht über das Entwickeln eines Aufgabenvorschlags in Rheinland-Pfalz.
  • Martinsich, Christian: Die österreichische Reifeprüfung im Fach Musikerziehung. Überblick und Sichtweisen auf die abschließenden Prüfungen.
  • Heukäufer, Norbert: Auf dem Weg zum Abiturwissen.
  • Hammerich, Helen; Krämer, Oliver: „Es sollte keine neue Normalität werden, alleine zu musizieren“. Hochschullehre an Musikhochschulen in der Corona-Krise.
  • Pfeiffer, Wolfgang; Reutlinger, Marold; Ziegler, Albert: Kapitale als Grundlagen für musikalische Begabung. Ein systemischer Ansatz für Diagnostik und Intervention.