Prof. Silvio Dalla Torre

Silvio Dalla Torre  stammt aus einer deutsch-italienischen Familie und wurde in Kempten/Allgäu geboren. Schon früh an Musik interessiert, lernte er zunächst Geige, wechselte dann zur Gitarre und fand mit dem E-Bass "das" Instrument. Jazzrock und Funk waren seine Welt: Mit der Jugendband "Odyssee" verbrachte er mehr Zeit im Probenkeller und bei "Gigs" auf süddeutschen Bühnen als in der Schule. Erst mit 16 hörte Dalla Torre zum ersten Mal ein klassisches Konzert, welches ihn allerdings so begeisterte, dass er zusätzlich Kontrabass lernte und seine Rocklaufbahn mit der von ihm als 19-jährigem produzierten LP "White Swan" beendete. Acht Jahre Musikstudium in Augsburg, München und Wien waren die Folge und ein zwanzig Jahre langes Wirken als Solo-Kontrabassist von Opern- und Sinfonieorchestern in Deutschland, der Schweiz und Belgien. Von 1991 bis 1998 unterrichtete er nebenberuflich als Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Detmold. 2002 dann wurde er zum Professor für Kontrabass an die hmt Rostock berufen.

Dalla Torre gründete während seiner Zeit als Orchestermusiker mehrere Kammermusik-Ensembles, vor allem mit dem "DUO ROSSINI" konzertierte er intensiv. Nach der Übernahme der Professur folgten weitere Ensemblegründungen und eine Hinwendung zur Alten Musik. Neben der Leitung von Meisterklassen in Deutschland und dem europäischen Ausland, in den USA, in Kanada und Russland ist Silvio Dalla Torre seit 2008 häufiger Gast in China, wo er vor allem am Pekinger Zentralkonservatorium und an der renommierten Musik-Spezialschule in Shanghai lehrt. Dort wurde ihm 2015 eine Gastprofessur verliehen. Auch als Kammermusiker und Solist ist Dalla Torre weltweit tätig, sowohl mit Kontrabass als auch dem Bassetto. Dabei handelt es sich um eine Bassvioline in Quintstimmung, die er erforscht und mitkonzipiert hat. Sein solistisches Wirken ist auf mittlerweile fünf CD-Einspielungen dokumentiert.

Silvio Dalla Torre gründete 2004 den "sidatoverlag" und brachte neben diversen Publikationen eine gefragte innovative Kontrabass-Methode heraus. Er war mehrfach Juror internationaler Wettbewerbe und wirkt journalistisch mit Fachartikeln zu vielfältigen Themen rund um den Kontrabass, zuletzt aber auch zu allgemeinen Sujets: Das ehemalige DDR-Kultjournal "DAS MAGAZIN" veröffentlichte mehrere von ihm verfasste Artikel. 2008 übernahm Dalla Torre die Leitung einer Kontrabass-Großveranstaltung im Kloster Michaelstein, die es seitdem mit neuem Konzept unter dem Namen „Kontrabass-Kaleidoskop“ zu weltweiter Beachtung gebracht hat. 2011 unternahm er zusammen mit Prof. Hartmut Möller eine musikalische Forschungsreise in die Demokratische Republik Kongo und produzierte den Dokumentarfilm „Kinshasa Multicouleur“.

Seit 2015 ist Silvio Dalla Torre - und darüber ist er besonders glücklich - wieder mit seiner alten Jugendliebe verbunden und wirbelt mit der Rostocker "Garagenjazz"-Band "Satyre" über lokale Bühnen, freilich als Amateur. Eine weitere seiner Initiativen brachte 2016 das Alte-Musik-Ensemble "Due sopra il Basso" hervor.

Neben der Musik interessiert sich Dalla Torre für Psychologie, Philosophie und insbesondere systemische Interaktionsformen. Er nahm an Fortbildungen zur "Gewaltfreien Kommunikation" nach Rosenberg und zur Systemischen Beratung teil. Nach jahrelanger eigener Meditationspraxis leitet er seit 2013 den hmt-Meditationskurs sowie seit 2014 den fortan jährlich stattfindenden Kurs „Musik und Meditation“ im Kloster Michaelstein.


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