PrOBe – Praxisphasen Orientierend Begleiten

Das Projekt PrOBe ist ein innovatives Praxiskonzept der Hochschule für Musik und Theater, mit dem wir neue Wege in der Musiklehrer*innenbildung gehen. Es vereint ein Langzeitpraktikum (Praxisjahr Schule) im Fach Musik mit der Betreuung durch eigens dafür qualifizierte Musiklehrer*innen aller Schularten (Mentor*innenqualifizierung Musik).

Das Praxisjahr Schule ist im dritten Studienjahr angesetzt und verfolgt zwei Ziele: (1) Eignungsabklärung im Hinblick auf den eigenen Berufswunsch und den entsprechend gewählten Studiengang und (2) die Professionalisierung pädagogischen Handelns im künftigen Berufsfeld Schule einzuleiten und voranzutreiben.

Die Musikmentor*innen sind mit Lehraufträgen an die Hochschule gebunden und qualifizieren sich fortwährend weiter. Die Hochschule für Musik und Theater strebt mit den beteiligten Praktikumsschulen ein verlässliches Schulnetzwerk an, in dem die Musikmentor*innen die Rolle der Schnittstellenpersonen zwischen den Institutionen einnehmen.

Das Projekt "PrOBe – Praxisphasen Orientierend Begleiten" ist Teil des Verbundprojekts"LEHREN in M-V LEHRer*innenbildung reformierEN" ( ZLB) der vier lehrerbildenden Hochschulen​ Mecklenburg-Vorpommerns und wird im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert (QOL).

Praxisjahr Schule

Ziele

Ziel ist die Selbstvergewisserung der Studierenden im Hinblick auf die eigene Berufswahl durch intensive und langfristige Berufsfelderkundung und begleitete Unterrichtsversuche im Fach Musik. Im Rahmen dieser Lehrveranstaltung lernen die Studierenden Methoden zur genauen Beobachtung, Planung und Auswertung von Unterrichtsprozessen kennen, erteilen ersten Fachunterricht in ihren jeweiligen Schulstufen und verfolgen selbst gesetzte pädagogische Entwicklungsvorhaben. Sie sollen beobachtetes und selbst praktiziertes Unterrichten bewusst ins Verhältnis zu theoretischen Studieninhalten setzen können, Unterricht modellieren lernen und ein individuelles, von möglichst hoher Selbstwirksamkeit geprägtes Bild des Lehrerberufes entwickeln.

Aufbau

Das Praxisjahr Schule ist ein neuartiges Lehrveranstaltungsformat, das verschiedene berufspraktische Module des Musik-Lehramtsstudiums in einer übergreifenden Lehrveranstaltung bündelt und sich über das gesamte dritte Studienjahr erstreckt. Das Praxisjahr Schule wird für das Lehramt Gymnasium, Regionale Schule und Grundschule angeboten, findet an ausgewählten Partnerschulen statt und wird zusätzlich von Begleitveranstaltungen in der Hochschule flankiert.

1. Phase, Wintersemester: Das Praxisjahr beginnt im Wintersemester mit allgemeinpädagogischen Inhalten schulpraktischer Studien und speziellen fachdidaktischen Inhalten des Faches Musik. Diese Phase wird eng von der Fachdidaktik Musik begleitet.

2. Phase, vorlesungsfreie Zeit: Mit einem Blockpraktikum von fünf Wochen zwischen den Semestern wird die Veranstaltung weitergeführt: In dieser Phase soll das Berufsfeld Schule tiefergehend unter-sucht und eigenständiger Unterricht im Fach Musik durchgeführt werden. Hier liegen die Betreuungsaufgaben im Wesentlichen bei den Mentor*innen.

3. Phase, Sommersemester: Im Sommersemester wird der Praxistag als Tagesveranstaltung wieder aufgegriffen. Während dieser dritten Phase formulieren die Studierenden individuelle Lernanliegen auf der Grundlage des bisherigen Feedbacks und sollen damit in die Lage versetzt werden, individuelle Lernkreisläufe auch im Anschluss an das Praxisjahr eigenständig zu durchlaufen. (Videographiearbeit)

4. Portfolio als schriftlicher Leistungsnachweis: Ein weiterer Effekt ist die Reflexion der eigenen künstlerischen Fähigkeiten im Bezug zum Berufsfeld und daraus resultierende Rückfragen und Anforderungen an den Vokal- und Instrumentalunterricht. In einem Portfolio dokumentieren und reflektieren die Studierenden ihre Lernentwicklungen. Auf Grundlage des Portfolios werden am Ende des Praxisjahres Schule individuelle Bilanzgespräche zwischen Studierenden, Mentor*innen und Dozent*innen geführt.

Forschung

PROFESSION

Forschungsfrage: Welchen Einfluss hat das Praxisjahr Schule auf die Sicherheit der Berufswahl unter den Lehramtsstudierenden an der hmt Rostock?

Methode: Bei der Studie handelt es sich um eine Langzeitumfrage zur Veränderung der Berufswahlsicherheit aller hmt Lehramtsstudierender über das Studium hinweg (semesterweise Onlinefragebögen, quantitative Auswertung mit SPSS), wobei die Phase des Praxisjahres besonders in den Blick genommen und der Vergleich zu einer Kontrollgruppe hergestellt wird, welche die Praktika noch nach altem Muster durchlaufen hat.

Erwartete Ergebnisse: Die Studie legt offen, welche Faktoren im Musiklehramtsstudium bestätigend, hemmend oder irrelevant auf die Berufswahlsicherheit wirken. Hierbei werden die Konstituenten des Praxisjahres Schule (z.B. das Begleitseminar, Einfluss der Peergroup/der Mentor*innen etc.) genauer untersucht.

JANUS

Forschungsfrage: Mit welchen Erfahrungen, Einstellungen, Emotionen und Erwartungen gehen Musiklehramtsstudierende in das Praxisjahr Schule?

Methode: Mit Hilfe qualitativer Inhaltsanalysen werden schriftliche Studierendenreflexionen über ihre Deutung der Anforderungen (Vorerfahrungen, Einstellungen, emotionale Dispositionen, Erwartungen) beim Eintritt ins Praxisjahr untersucht.

Aktueller Stand: Aus ersten Auswertungsergebnissen geht hervor, dass Studierende mit ambivalenten Gefühlen in das Praxisjahr gehen, wobei die konkrete Angst vor der Lehrsituation der Freude Musik zu unterrichten gegenüber steht.

KOMPETENZ

Forschungsfrage: Inwiefern beeinflusst das Praxisjahr Schule die Überzeugungen Musiklehramtsstudierender zu den Kompetenzen von Musiklehrer*innen?

Methode: Untersucht werden Einstellungsveränderungen anhand der Analyse von fachlichen, fachdidaktischen und allgemeinpädagogischen Kompetenzprofilen, welche vor Beginn und am Ende des Praxisjahres im Hinblick auf die wahrgenommenen beruflichen Anforderungen an Musikunterricht erstellt werden (ausgefüllte Arbeitsbögen mit schriftlichen Selbstreflexionen, Gruppendiskussionen).

Aktueller Stand: Erste Ergebnisse zeigen, dass besonders im pädagogischen Bereich Perspektivwechsel stattfinden und in konkret künstlerisch-musikalischen Bereichen praxisbezogene Ausdifferenzierungen sichtbar werden.

Termine

Vorbereitendes Blockseminar I: 30.09.-02.09.2019, jeweils 09:00-16:00 Uhr in der S316.

Vorbereitendes Blockseminar II: 11.10.2019 (12:00-16:00 Uhr) und 12.10.2019 (09:00-14:00 Uhr) in der S316.

Kolloquium I: 14.10.2019, 15:00-17:00 Uhr in der S316

Kolloquium II: 18.11.2019, 17:00-19:00 Uhr in der OE01

Coaching II: 10.12.2019, ab 19:00 Uhr im Orgelsaal

Zusatztermin: 07.01.2020, 17:00-19:00 Uhr

Kolloquium III: 27.01.2020, 17:00-20:00 Uhr in der S316

Kolloquium IV: 06.04.2020, 17:00-20:00 Uhr in der S316

Kolloquium V: 15.06.2020, 09:00-13:00 Uhr in der S316

Kolloquium VI: 22.06.2020, ab 18:00 Uhr // Abschlussfeier

Sonstiges: 15.05.2020, 16:00 Uhr Aufführung des Kompositionsprojektes

An allen Montagen im Wintersemester, die nicht von Kolloquien belegt sind, findet das Intermezzo-Seminar statt.

Mentor*innenqualifizierung Musik

Forschung: TRANSFER

TRANSFER - Mentor*innen betreuen den Transfer musikalisch-künstlerischen Arbeitens

Das Forschungsprojekt nimmt den Transfer der musikalisch-künstlerischen Ausbildung an der hmt Rostock in die konkrete unterrichtliche Praxis im Musikunterricht der Mentees in den Fokus. Frühere Forschungen zeigen, dass die Musik-Mentor*innen bei diesem Transfer eine Schlüsselrolle einnehmen (Bailer, 2006 u. 2009; Malmberg, 2018a u. 2018b), sie sind Schnittstellenpersonen und ermöglichen, unterstützen und konturieren diesen Transfer.

An der hmt Rostock werden alle innerhalb der Studien Gymnasium, Regionalschule, Grundschule und Grundschule mit künstlerisch-wissenschaftlicher Vertiefung liegenden Schulpraktika in Musik während des 3. Studienjahres zum „Praxisjahr Schule“ zusammengefasst (= Projektbereich II, Reflexive Praxisphasen). TRANSFER nutzt die Arbeit der Mentor*innen und Mentees im „Praxisjahr Schule“ als Erhebungsfeld.

Erwartete Ergebnisse sind

  • Qualitätskriterien für gelingenden Transfer der musikalischkünstlerischen Ausbildung an der hmt in den Musikunterrichtsalltag,
  • Rückbindungen in die Mentor*innenqualifizierung in Musik sowie
  • curriculare Empfehlungen für die Musiklehrer*innenbildung an Musikhochschulen.

Es werden musikalische Selbstkonzepte von Mentor*innen und Mentees, die Zusammenarbeit der Dyade Mentor*in/Mentee, Kompetenzzuwächse in der musikalisch-künstlerischen Anleitungsarbeit während des Praxisjahrs Schule sowie deren Interdependenzen in den Blick genommen.

Leitung: Prof. Dr. Isolde Malmberg

Bailer, N. (2006). „… Ich bin doch Musiklehrer und Musiker!“ Über die sich verändernde Bedeutung von Musik in der (berufs-)biographischen Entwicklung junger MusiklehrerInnen. In Bailer N. & Huber, M. (Hg.), Youth – Music – Socialization. Empirische Befunde und ihre Bedeutung für die Musikerziehung. Wien 2006 (= Band 6 der Schriftenreihe „extempore – Aus der musiksoziologischen Werkstatt", hg. von Irmgard Bontinck), S. 111–121.

Bailer, N. (Hg.) (2009). Musikerziehung im Berufsverlauf. Eine empirische Studie über Musiklehrerinnen und Musiklehrer. Wien: Universal Edition.

Malmberg, I. (2018a). Transitions between Art and Pedagogy. Mentoring Music Teacher Novices in Austria. In Global Education Review XX. New York: Mercy College. P. S. 39-53. ger.mercy.edu/index.php/ger/article/view/294

Malmberg, I. (2018b). Auf einer mehrspurigen Autobahnbrücke. Die Statuspassage am Beginn des Musiklehrberufs. In BFG-Kontakt. München: allitera. IN DRUCK.

Termine Weiterbildungen

Termine der Mentor*innenqualifizierung Fachdidaktik Musik:

14.10.2019: 17.15-18.45 Uhr: hmt Rostock

05.12.2019: 17.00-19.00 Uhr: hmt Rostock: Treffen, im Anschluss Besuch des Außergewöhnlichen Schulmusikkonzertes

07.01.2020: 17.00-19.00 Uhr: hmt Rostock SZ 06

29.01.2020: 17.00-19.00 Uhr: hmt Rostock, im Anschluss Stammtisch

10.02.-11.02.2020: Zukunftswerkstatt Qualitätsverständnis Mentoring in Greifswald

27.02.2020: AMQ III: Fachmentoring Musik im Rahmen der Winterakademie: 09.00-17.00 Uhr: Transkriptionen/musikdidaktisches Differenzial Guter Unterricht im Fach Musik

01.04.2020: 17.00-19.00 Uhr: hmt Rostock, im Anschluss Stammtisch

22.04.2020: 09.00-16.00 Uhr: Kolloquium hmt Rostock

15.05.2020: 16.00 Uhr: Aufführung Kompositionsprojekt

08.06.2020: Wissenschaftstagung: Mentoring in Praxisphasen

09.06.2020: Tag des Mentoring: Diskussion der Aktionsfelder aus dem Qualitätsverständnis

06.07.2020: Abschlussfeier

Schulnetzwerk und Mentor*innen

Partnerschulen und Mentor*innen

Gymnasium Sanitz: Frau Karolin Trusch

Innerstädtisches Gymnasium Rostock: Herr Philipp Wöller

ILL e.V. Kinderkunstakademie Ganztagsgrundschule am Wasserturm: Frau Kerstin Schäfer

Michaelschule Rostock: Frau Susann Lunow

Musikgymnasium Käthe Kollwitz

Schule an der Carbäk

ecolea Internationale Schule Rostock

 

Partnerschule werden
  • Unterstützung bei Exkursionen an die hmt Rostock
  • Tage der Musik an den Schulen
  • Künstlerische und Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen unterstützen Studierende und Mentor*innen an den Schulen
  • In langfristiger Zusammenarbeit fungieren die Mentor*innen als Schnittstellenpersonen zwischen Hochschule und Schule

Erfahrungsbericht

"(...) Als Absolvent*innen des Praxisjahres Schule haben wir in vielerlei Hinsicht wertvolle Erkenntnisse über uns und unser Lehrer*innensein gewonnen, die uns nicht nur an unsere Grenzen getrieben, sondern auch geprägt und für unser zukünftiges Tun geformt haben. Wenn wir am Anfang des Praxisjahres noch leichte Zweifel an unseren Fähigkeiten vor der Klasse zu stehen hatten, konnten sich diese durch die Unterstützung von Kommiliton*innen, Dozent*innen und Mentor*innen Stück für Stück ausräumen lassen. Dafür ein herzliches Dankeschön!"

Um den vollständigen Erfahrungsbericht zu lesen, klicken Sie bitte hier.

Projektleitung & Kontakt

Projektleiter

Prof. Dr. Oliver Krämer

Projektkoordination und Ansprechpartner

Maximilian Piotraschke

Mitarbeit im Team

Prof. Dr. Bernd Fröde

Prof. Dr. Isolde Malmberg

Helen Hammerich

Hilfskräfte: Lea Völzer und Rahel Müller (Kontakt: zlb(at)hmt-rostock.de)

Vorträge im Projekt

Malmberg, I. (2018, März). Die besondere Situation der Mentees. Statuspassagen und Coping.
(Vortrag) Tagung der Bundesfachgruppe Musikunterricht und der ArGe Schulmusik, Hochschule für Musik und Theater München.

Malmberg, I. (2018, März) Mentor*innenqualifizierung in Mecklenburg-Vorpommern (MQ_MV) mit fachdidakti­schem Fokus
(Workshop) Tagung der Bundesfachgruppe Musikunterricht und der ArGe Schulmusik, Hochschule für Musik und Theater München.

Piotraschke, M. & Wöller P. (2018, März) Das (hochschulische) Konzept der Mentor*innenqualifizierung und seine Umsetzung durch Mentor*innen im Schulalltag
(Workshop) Tagung der Bundesfachgruppe Musikunterricht und der ArGe Schulmusik, Hochschule für Musik und Theater München.

Veröffentlichungen im Projekt

Malmberg, I.; Nestler, E. & Piotraschke M. (2018). Mentor*innenqualifizierung aus fachdidaktischer Perspektive gestalten. Kooperative Entwicklung und Umsetzung eines Curriculums. In Journal für LehrerInnenbildung 4/2018. IN DRUCK.

Vorarbeiten im Projekt