PrOBe – Praxisphasen Orientierend Begleiten

Eröffnung des Praxisjahres 2018/19 mit den Studierenden, Musikmentor*innen und Dozierenden der Fachdidaktik Musik.

Erfahrungsberichte

"(...) Als Absolvent*innen des Praxisjahres Schule haben wir in vielerlei Hinsicht wertvolle Erkenntnisse über uns und unser Lehrer*innensein gewonnen, die uns nicht nur an unsere Grenzen getrieben, sondern auch geprägt und für unser zukünftiges Tun geformt haben. Wenn wir am Anfang des Praxisjahres noch leichte Zweifel an unseren Fähigkeiten vor der Klasse zu stehen hatten, konnten sich diese durch die Unterstützung von Kommiliton*innen, Dozent*innen und Mentor*innen Stück für Stück ausräumen lassen. Dafür ein herzliches Dankeschön!"

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Aufbau

Das Praxisjahr Schule ist ein neuartiges Lehrveranstaltungsformat, das verschiedene berufspraktische Module des Musik-Lehramtsstudiums in einer übergreifenden Lehrveranstaltung bündelt und sich über das gesamte dritte Studienjahr erstreckt. Das Praxisjahr Schule wird für das Lehramt Gymnasium, Regionale Schule und Grundschule angeboten, findet an ausgewählten Partnerschulen statt und wird zusätzlich von Begleitveranstaltungen in der Hochschule flankiert.

1. Phase, Wintersemester: Das Praxisjahr beginnt im Wintersemester mit allgemeinpädagogischen Inhalten schulpraktischer Studien und speziellen fachdidaktischen Inhalten des Faches Musik. Diese Phase wird eng von der Fachdidaktik Musik begleitet.

2. Phase, vorlesungsfreie Zeit: Mit einem Blockpraktikum von fünf Wochen zwischen den Semestern wird die Veranstaltung weitergeführt: In dieser Phase soll das Berufsfeld Schule tiefergehend unter-sucht und eigenständiger Unterricht im Fach Musik durchgeführt werden. Hier liegen die Betreuungsaufgaben im Wesentlichen bei den Mentor*innen.

3. Phase, Sommersemester: Im Sommersemester wird der Praxistag als Tagesveranstaltung wieder aufgegriffen. Während dieser dritten Phase formulieren die Studierenden individuelle Lernanliegen auf der Grundlage des bisherigen Feedbacks und sollen damit in die Lage versetzt werden, individuelle Lernkreisläufe auch im Anschluss an das Praxisjahr eigenständig zu durchlaufen. (Videographiearbeit)

4. Portfolio als schriftlicher Leistungsnachweis: Ein weiterer Effekt ist die Reflexion der eigenen künstlerischen Fähigkeiten im Bezug zum Berufsfeld und daraus resultierende Rückfragen und Anforderungen an den Vokal- und Instrumentalunterricht. In einem Portfolio dokumentieren und reflektieren die Studierenden ihre Lernentwicklungen. Auf Grundlage des Portfolios werden am Ende des Praxisjahres Schule individuelle Bilanzgespräche zwischen Studierenden, Mentor*innen und Dozent*innen geführt.

Ziele

Ziel ist die Selbstvergewisserung der Studierenden im Hinblick auf die eigene Berufswahl durch intensive und langfristige Berufsfelderkundung und begleitete Unterrichtsversuche im Fach Musik. Im Rahmen dieser Lehrveranstaltung lernen die Studierenden Methoden zur genauen Beobachtung, Planung und Auswertung von Unterrichtsprozessen kennen, erteilen ersten Fachunterricht in ihren jeweiligen Schulstufen und verfolgen selbst gesetzte pädagogische Entwicklungsvorhaben. Sie sollen beobachtetes und selbst praktiziertes Unterrichten bewusst ins Verhältnis zu theoretischen Studieninhalten setzen können, Unterricht modellieren lernen und ein individuelles, von möglichst hoher Selbstwirksamkeit geprägtes Bild des Lehrerberufes entwickeln.

Forschung

Studie zur Berufswahlsicherheit

Am Ende des ersten Durchlaufs des Praxisjahres Schule 16/17 wurden die teilnehmenden Studierenden mit Hilfe eines quantitativen Fragebogens nach dem aktuellen Grad Ihrer Berufswahlsicherheit und nach Ihrer Einschätzung im Hinblick auf den Einfluss des Praxisjahres Schule befragt. Die erhobenen Daten wurden im Vergleich mit einer parallelen Studierendengruppe ausgewertet, die konventionell das bisher vorgesehene Hauptpraktikum absolvierten.

Perspektive: Mit dem akademischen Jahr 17/18 wird die Untersuchung der Berufswahlsicherheit der Studierenden zu einer umfassenden Längsschnittstudie ausgeweitet. Fortan wird in jedem Studiensemester von allen Studierenden der Grad der Berufswahlsicherheit erhoben. Wir erhoffen uns davon qualifizierte Aussagen und ein differenziertes Studienverlaufsprofil, in dem wir das Praxisjahr Schule mit seinen Effekten valide verorten können.

 

Einfluss von Praxiserfahrungen auf das spezifische Kompetenzprofil, das Musiklehrenden von Studierenden zugesprochen wird

Bereits im ersten Durchlauf des Praxisjahrs 16/17 wurden von den Studierenden zu Beginn die vermuteten Kompetenzen von Musiklehrer*innen erfragt sowie eine Hierarchisierung und Selbstverortung innerhalb dieses Kompetenzprofils verlangt. Vergleichend wurde dasselbe Prozedere zum Abschluss des Praxisjahres wiederholt, um mögliche Effekte der Maßnahme anhand von Veränderungen im Kompetenzprofil nachweisen zu können.

Perspektive: Auch im zweiten Durchgang 17/18 wird diese Forschungsmaßnahme fortgesetzt, um mit der größeren Datenmenge auch ein verlässlicheres Bild über anfängliche Kompetenzvermutungen und mögliche Veränderungen hin zum abschließenden Kompetenzprofil zu bekommen

Termine Weiterbildungen

Termine der Allgemeinen Mentor*innenqualifizierung:

04.10.2018 09.00-17.00 Uhr Universität Rostock: Institut für Physik

23.10.2018 09.00-16.00 Uhr hmt Rostock: Raum O101

22.02.2019 09.00-16.00 Uhr Universität Rostock: Hauptgebäude

06.06.2019 13.00-16.45 Uhr Universität Greifswald: Hauptgebäude

 

Termine der Mentor*innenqualifizierung Fachdidaktik Musik:

24.09.2018: 17.00-19.30 Uhr: hmt Rostock SZ 06

08.10.2018: 17.15-18.45 Uhr: hmt Rostock O101: Gemeinsames Seminar mit den Studierenden zum Auftakt des Praxisjahres Schule 2018/2019

im Anschluss: Einführung in die Experimentelle Musik

03.12.2018: 17.15-18.45 Uhr: hmt Rostock O101: Gemeinsames Seminar mit den Studierenden zur Unterrichtsplanung

im Anschluss: Experimentelle Musik II

29.01.2019: 17.00-19.00 Uhr: hmt Rostock SZ 06 und Orgelsaal

22.02.2019: 16.15-17.45 Uhr: Universität Rostock Hauptgebäude

08.04.2019: 17.00-19.00 Uhr: hmt Rostock SZ 06 und Orgelsaal

28.05.2019: 09.00-16.00 Uhr: hmt Rostock SZ 06 und Orgelsaal: Abschlusskolloquium der Mentor*innenqualifizierung der Fachdidaktik Musik

Forschung: TRANSFER

TRANSFER - Mentor*innen betreuen den Transfer musikalisch-künstlerischen Arbeitens

Das Forschungsprojekt nimmt den Transfer der musikalisch-künstlerischen Ausbildung an der hmt Rostock in die konkrete unterrichtliche Praxis im Musikunterricht der Mentees in den Fokus. Frühere Forschungen zeigen, dass die Musik-Mentor*innen bei diesem Transfer eine Schlüsselrolle einnehmen (Bailer, 2006 u. 2009; Malmberg, 2018a u. 2018b), sie sind Schnittstellenpersonen und ermöglichen, unterstützen und konturieren diesen Transfer.

An der hmt Rostock werden alle innerhalb der Studien Gymnasium, Regionalschule, Grundschule und Grundschule mit künstlerisch-wissenschaftlicher Vertiefung liegenden Schulpraktika in Musik während des 3. Studienjahres zum „Praxisjahr Schule“ zusammengefasst (= Projektbereich II, Reflexive Praxisphasen). TRANSFER nutzt die Arbeit der Mentor*innen und Mentees im „Praxisjahr Schule“ als Erhebungsfeld.

Erwartete Ergebnisse sind

  • Qualitätskriterien für gelingenden Transfer der musikalischkünstlerischen Ausbildung an der hmt in den Musikunterrichtsalltag,
  • Rückbindungen in die Mentor*innenqualifizierung in Musik sowie
  • curriculare Empfehlungen für die Musiklehrer*innenbildung an Musikhochschulen.

Es werden musikalische Selbstkonzepte von Mentor*innen und Mentees, die Zusammenarbeit der Dyade Mentor*in/Mentee, Kompetenzzuwächse in der musikalisch-künstlerischen Anleitungsarbeit während des Praxisjahrs Schule sowie deren Interdependenzen in den Blick genommen.

Leitung: Prof. Dr. Isolde Malmberg

Bailer, N. (2006). „… Ich bin doch Musiklehrer und Musiker!“ Über die sich verändernde Bedeutung von Musik in der (berufs-)biographischen Entwicklung junger MusiklehrerInnen. In Bailer N. & Huber, M. (Hg.), Youth – Music – Socialization. Empirische Befunde und ihre Bedeutung für die Musikerziehung. Wien 2006 (= Band 6 der Schriftenreihe „extempore – Aus der musiksoziologischen Werkstatt", hg. von Irmgard Bontinck), S. 111–121.

Bailer, N. (Hg.) (2009). Musikerziehung im Berufsverlauf. Eine empirische Studie über Musiklehrerinnen und Musiklehrer. Wien: Universal Edition.

Malmberg, I. (2018a). Transitions between Art and Pedagogy. Mentoring Music Teacher Novices in Austria. In Global Education Review XX. New York: Mercy College. P. S. 39-53. ger.mercy.edu/index.php/ger/article/view/294

Malmberg, I. (2018b). Auf einer mehrspurigen Autobahnbrücke. Die Statuspassage am Beginn des Musiklehrberufs. In BFG-Kontakt. München: allitera. IN DRUCK.

Mentor*innen

CJD Christopherusschule Rostock: Frau Anna Paschen

Erasmusgymnasium: Herr Christoph Altmann

Frederico-Franzisceum Bad Doberan: Frau Petra Stegemann

Gymnasium Sanitz: Frau Karolin Trusch

Innerstädtisches Gymnasium Rostock: Herr Philipp Wöller

ILL e.V. Kinderkunstakademie Ganztagsgrundschule am Wasserturm: Frau Kerstin Schäfer

Michael Schule Rostock: Frau Susann Lunow

Münsterschule Bad Doberan: Frau Cornelia Bönner

Warnowschule Papendorf: Herr Holger Steiner

Vorteile für Schulen
  • Unterstützung bei Exkursionen an die hmt Rostock
  • Tage der Musik an den Schulen
  • Künstlerische und Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen unterstützen Studierende und Mentor*innen an den Schulen
  • In langfristiger Zusammenarbeit fungieren die Mentor*innen als Schnittstellenpersonen zwischen Hochschule und Schule

 

 

Projektleitung & Kontakt

Projektleiter:

Prof. Dr. Oliver Krämer

Projektkoordination und Ansprechpartner:

Maximilian Piotraschke

Vorträge und Veröffentlichungen im Projekt

Malmberg, I. (2018, März). Die besondere Situation der Mentees. Statuspassagen und Coping.

(Vortrag) Tagung der Bundesfachgruppe Musikunterricht und der ArGe Schulmusik, Hochschule für Musik und Theater München.

Malmberg, I. (2018, März) Mentor*innenqualifizierung in Mecklenburg-Vorpommern (MQ_MV) mit fachdidakti­schem Fokus

(Workshop) Tagung der Bundesfachgruppe Musikunterricht und der ArGe Schulmusik, Hochschule für Musik und Theater München.

Piotraschke, M. & Wöller P. (2018, März) Das (hochschulische) Konzept der Mentor*innenqualifizierung und seine Umsetzung durch Mentor*innen im Schulalltag

(Workshop) Tagung der Bundesfachgruppe Musikunterricht und der ArGe Schulmusik, Hochschule für Musik und Theater München.

Malmberg, I.; Nestler, E. & Piotraschke M. (2018). Mentor*innenqualifizierung aus fachdidaktischer Perspektive gestalten. Kooperative Entwicklung und Umsetzung eines Curriculums. In Journal für LehrerInnenbildung 4/2018. IN DRUCK.

 

 

 

Das Projekt "PrOBe – Praxisphasen Orientierend Begleiten" ist Teil des Verbundprojekts"LEHREN in M-V LEHRer*innenbildung reformierEN" ( ZLB) der vier lehrerbildenden Hochschulen​ Mecklenburg-Vorpommerns und wird im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert (QOL).