Schauspielschultreffen 2026

  • Wann So. 07.06. - Sa. 13.06.2026, 09.00–19.00 Uhr
  • Wo Großer Saal im Volkstheater Rostock, Doberaner Str. 135, 18057 Rostock

Die Hochschule für Musik und Theater Rostock (hmt) mit dem Institut für Schauspiel ist vom 07.06.-13.06.2026 Gastgeberin des vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Bundeswettbewerbs deutschsprachiger Schauspielstudierender (Schauspielschultreffen). Die Organisation und Veranstaltung des Wettbewerbs obliegt der hmt Rostock - Institut für Schauspiel in Zusammenarbeit mit der Europäischen Theaterakademie GmbH „Konrad Ekhof“ Hamburg.

Rund 230 Studierende von 19 schauspielausbildenden Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, d.h. alle Mitglieder der Ständigen Konferenz Schauspielausbildung (SKS), werden in diesen Tagen im Volkstheater Rostock ihre jeweiligen Inszenierungen zeigen und sich in einem kollegialen Wettbewerb der Bewertung einer unabhängigen Fachjury stellen. Ziel des Wettbewerbs ist es, herausragende Einzel- und Ensembleleistungen auszuzeichnen, öffentlich sichtbar zu machen und den Übergang der Studierenden in die Berufspraxis zu erleichtern. Das Schauspielschultreffen mit dem Wettbewerb bietet Gelegenheit, die Eindrücke der erlebten Inszenierungen und die ästhetischen Entwicklungen und Konzepte im zeitgenössischen Theater zu diskutieren, unterschiedliche Ausbildungskonzepte zu vergleichen und die Zusammenhänge von Berufsausbildung und Berufspraxis zu verdeutlichen.

Für viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist es der Beginn einer nationalen oder sogar internationalen Karriere. Gleichzeitig schafft dieser Wettbewerb den Rahmen für einen intensiven Erfahrungsaustausch der Schauspielstudierenden und der Hochschullehrkräfte untereinander sowie mit Schauspielerinnen und Schauspielern, Regisseurinnen und Regisseuren sowie Dramaturginnen und Dramaturgen, die ihre Erfahrungen aus dem Berufsalltag einbringen. Dieser Prozess bietet auch die Möglichkeit zur Netzwerkbildung.

Begleitende Angebote zur Zusammenarbeit von Studierenden unterschiedlicher Hochschulen vermitteln Anregungen und Impulse für die persönliche künstlerische Entwicklung. 

Meinungslager, Empathiegräben und die Dynamik einer „gefühlten Polarisierung“ (Steffen Mau) fordern aktuell die so dringend benötigte demokratische Handlungsfähigkeit heraus. Sie setzen auch eben jene Freiräume der aufführenden Künste unter Druck, in denen unsere Gesellschaft die Unsicherheiten, Verletzlichkeiten und Konflikte ihres Zusammenlebens miteinander erforscht und verhandelt. Wie können wir diese Räume, Situationen und Prozesse so schaffen, gestalten und beschützen, dass sie ehrliche und konstruktive Auseinandersetzungen ermöglichen? Was brauchen wir, um wirklich konfliktfähig zu sein? 

Als soziale Kunstform entsteht Theater im Modus der Begegnung – in der Aufführungssituation, aber auch in der Kreation: Welche Schönheit und welcher Thrill liegen im Zusammenarbeiten? Wie können wir einander verwickeln, inspirieren und stärken? Welchen Umgang finden wir mit dem, was uns trennt? Wie schaffen wir Vertrauen? Wann setzen wir Grenzen? Wie entwickeln wir echte Resonanzbeziehungen, in denen sich alle als veränderbar erleben dürfen – on und off stage?

Eine Besonderheit des Schauspielschultreffens 2026 ist die geografische Rand- und Strandlage des Austragungsortes: Einerseits liegt Rostock am nördlichen Rand der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Andererseits ist die Stadt durch ihre Küstenlage Teil des spannenden und angespannten kulturellen und politischen Ostsee-Raumes, der die hmt Rostock mit Hochschulen und Theaterschaffenden in dessen Anrainerstaaten verbindet. Räumlich signifikant ist aber auch die Architektur der hmt, ein moderner Bau im Gemäuer einer historischen Klosteranlage, deren Räume um einen stimmungsvollen Kreuzgang mit Innenhof gruppiert sind.

Diese ebenso (nach außen) vernetzte wie (nach innen) konzentrierte Situation nutzt das Treffen 2026, um ein programmatisches Format zu entwickeln. Es setzt einen Kontrapunkt zum zentralen Wettbewerb und bildet dessen Resonanzraum. Ziel ist es, einerseits den Austausch unter den Hochschulen zu intensivieren, andererseits den Horizont durch Expertisen der baltischen Nachbarn zu erweitern.

In hochschulübergreifenden Pop-Up-Ensembles haben die Studierenden die Möglichkeit, einen das Treffen begleitenden, künstlerischen Prozess zu gestalten, der in eine gemeinsame Präsentation mündet. Es geht darum, den eigenen Blick an den Perspektiven der anderen zu schärfen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu reflektieren und produktiv zu machen, mit- und aneinander Haltungen und Ideen zu entwickeln. 

Seit 1990 nehmen die Rostocker Schauspielstudierenden am Bundeswettbewerb deutschsprachiger Schauspielstudierender teil, der jährlich an einer anderen Hochschule stattfindet. Bereits das erste Treffen markierte einen entscheidenden Schritt in der Anerkennung der Rostocker Schauspielausbildung. 1990 war die Schauspielausbildung noch als Außenstelle mit der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin verbunden. Die Hochschule für Musik und Theater Rostock (hmt) wurde als eigenständige künstlerische Hochschule erst 1994 gegründet.

1999 richtete das Institut für Schauspiel der hmt Rostock das Schauspielschultreffen zum ersten Mal in der Hansestadt aus. 2008 war die hmt Rostock zum zweiten Mal Austragungsort dieses bedeutenden Bundeswettbewerbs für die Schauspielstudierenden.

In den Jahren seit Bestehen des Wettbewerbs konnten die Rostocker Schauspielstudierenden zahlreiche Ensemble- und Einzelpreise erringen und so die hohe Qualität der Schauspielausbildung in Rostock unter Beweis stellen. Zuletzt gewannen sie 2025 in Salzburg mit ihrer Abschlussproduktion „Süßes Gemüse“ (Regie Irina Sulaver) den mit 10.000 EURO dotierten Ensemblepreis Österreich.

Das Schauspielschultreffen wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie mit Mitteln der „Freunde und Förderer der hmt Rostock e.V.“ finanziert und in Kooperation mit der Europäischen Theaterakademie „Konrad Ekhof“ GmbH Hamburg, dem Volkstheater Rostock, der Hochschule Wismar, dem Studierendenwerk Rostock/Wismar und dem Peter-Weiss-Haus Rostock realisiert.

Dieser Organisationsprozess wird nicht nur von den Lehrenden, sondern auch umfassend von den Studierenden des Instituts für Schauspiel und des Lehramts Theater mit ihrem Organisationstalent, ihren Ideen und ihrem kreativen Potential getragen. Insofern wird gewährleistet, dass der Wettbewerb zu einem wirklichen Begegnungsort wird, in dem die Studierenden im Mittelpunkt stehen, und der sich an ihren Bedürfnissen nach Begegnung, Austausch und Zusammenarbeit orientiert.

Die hmt Rostock arbeitet in der Vorbereitung und Ausgestaltung der Veranstaltung eng mit Frau Prof. Hanka Polkehn und Studierenden der Hochschule Wismar/Fakultät Gestaltung zusammen, welche die Außendarstellung im Sinne eines Corporate Designs kreieren. Insofern leistet das Schauspielschultreffen auch einen interessanten Beitrag zur Vernetzung der Hochschulen im Land Mecklenburg-Vorpommern.