Theater neu gedacht

Theater, was war das nochmal? Irgendwas mit „Vorhang auf“ und „Bühne frei“? Nicht unbedingt. Denn zeitgenössisches Theater kommt in den meisten Fällen ohne Vorhang aus, und sogar ohne die Bühne als einem abgegrenzten, für Zuschauende unzugänglichen Sonderraum. Theater muss nicht einmal im Theater stattfinden. Manchmal spielt es im sozialen Brennpunkt daneben oder auf dem Parkplatz davor, oder auch im Stadtwald dahinter.

Aber einen Konflikt gibt es doch wohl? Irgendwas mit Romeo und Julia, Peripetie, Gift und Fechten und so? Nicht unbedingt. Häufig kommt Theater sogar ganz ohne Figuren aus, etwa wenn Menschen einfach über sich selbst erzählen. Nicht einmal eine erzählerische Handlung ist notwendig, von einem Text ganz zu schweigen. Theater muss, um zeitgenössisch zu sein, nicht Aktuelles verhandeln, es kann auch wie ein Musikstück oder eine Skulptur funktionieren, ganz ohne gesprochene Worte.

Dieses Thema rund um Theater beschäftigt intensiv Studierende des Lehramts Theater. In dem Seminar zu zeitgenössischen Theaterformen mit Dr. Veit Sprenger befreien sie sich zunächst von allen eingeübten, aber keineswegs selbstverständlichen Einschränkungen, die in der Vorstellung über das Theater existieren, um dann ausgehend von Beispielen aus der zeitgenössischen Theaterpraxis den formalen Werkzeugkasten zu erweitern. Gerade im schulischen Kontext kann die Beschränktheit von materiellen Ressourcen zu ungeahnten Erfindungen und Erfahrungen führen. Diese Chance soll genutzt werden.

Am Donnerstag, dem 26. Februar 2026, gibt es eine hochschulöffentliche Präsentation im Schauspielstudio 2. Die Uhrzeit wird noch bekanntgegeben.

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