Zentrum für Verfemte Musik an der hmt Rostock

Das Zentrum für Verfemte Musik wurde am 27. Januar 2008 an der hmt Rostock unter der Leitung von Volker Ahmels mit dem Ziel gegründet, jene Komponistinnen und Komponisten der Moderne, die Opfer der Gewaltherrschaft des NS-Regimes wurden, in der Öffentlichkeit wieder bekannt zu machen und ihre in Vergessenheit geratenen Werke zu spielen. Um dies zu erreichen, nimmt die künstlerisch-pädagogische Arbeit neben der Forschung einen besonderen Stellenwert ein.

Musikstudierende werden als Multiplikatoren für diese Themen gewonnen und dafür sensibilisiert. Ein wichtiger Baustein dabei ist es, diese Thematik auch als Studienschwerpunkt in den künstlerischen und pädagogischen Studiengängen anzubieten. Die Studierenden lernen das umfangreiche, oftmals noch unbekannte Repertoire der verfemten Komponistinnen und Komponisten kennen und schätzen und können es in den zahlreichen Veranstaltungen des Zentrums zu Gehör bringen. Über die Lehramtsstudierenden und zukünftigen MusiklehrerInnen besteht die Chance, die nachfolgenden Schülergenerationen mit diesem Thema bekannt zu machen.

Neben Lehrveranstaltungen finden an der hmt Rostock immer wieder Vorträge zur Thematik „Musik und Holocaust“ sowie Konzerte zu Gedenktagen wie beispielsweise dem 27. Januar und 9. November statt. Dabei erklären sich oft Zeitzeugen bereit, von ihren Erfahrungen zu berichten.

Auch außerhalb der Hochschule ist das Zentrum für Verfemte Musik präsent. Es kooperiert mit den Musikschulen des Landes, übernimmt Beratungsfunktion für Veranstalter und Interessierte, organisiert musikalische Umrahmungen von Gedenk- und Festveranstaltungen, bietet eigene Veranstaltungen im Rahmen von Lehrerfortbildungen an und verfügt über enge Kontakte zu den Rostocker Schulen.

Neben den Aktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern ist das Zentrum tragender Teil einer europäischen Plattform, die seit einigen Jahren mit verschiedenen Vereinen und Institutionen in Deutschland, Österreich, England und Frankreich kooperiert. Darüber hinaus wurden wichtige internationale Projekte, Konzerte und Konzerttourneen in Kooperation mit dem Landesverband Jeunesses Musicales M-V e. V. realisiert. Diese führen u. a. nach Kalifornien, Frankreich und Österreich.

Das Zentrum für Verfemte Musik ist vernetzt mit dem Archiv verfemter Komponistinnen und Komponisten und dem Peter Wallfisch-Archiv in Schwerin. Die dortige beachtliche Notensammlung von rund 3000 Partituren, Handschriften und Raritäten wird ständig erweitert und steht insbesondere Musikstudierenden und Lehrenden in Rostock und interessierten Musikerinnen und Musikern zu Studien- und Forschungszwecken zur Verfügung. Darüber hinaus zeichnet es verantwortlich für die Auswertung des Nachlasses von Konrad Wallerstein (übergeben an die Universitätsbibliothek Rostock) und kooperiert mit Langzeitvorhaben wie der Erich Wolfgang Korngold Werkausgabe, Projekten wie Musica non grata und weiteren internationalen Initiativen und Einrichtungen.

Beachtliche Erfolge erzielten in den vergangenen Jahren Studierende der hmt beim internationalen Musikwettbewerb Verfemte Musik in Schwerin. 

Das Kulturprojekt „Verfemte Musik“ wurde im Dezember 2012 mit dem Bundespreis des Bündnisses für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet. Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ vergeben.

Podcasts und Berichte

Wiederentdeckungen verfemter Musik

Neueinspielungen

Zum 125. Geburtstag von Leo Smit 

Eine Sendung auf BR-Klassik+ vom 16.05.2025

Erinnerungsarbeit mit Musik

Pianist und Musikpädagoge Volker Ahmels
Ein Beitrag auf Deutschlandfunk Kultur vom 18.08.2021

Kontakt

Prof. Volker Ahmels
Leiter des Zentrums für Verfemte Musik
Beim St.-Katharinenstift 8
18055 Rostock
fon +49 385 5912742
fax +49 385 5912750

zvmhmt-rostockde
Volker.Ahmelshmt-rostockde

Klavierduo Haufe Ahmels

Gastprof. Dr. phil. habil. Kai Hinrich Müller (Hochschule für Musik und Tanz Köln)
Wissenschaftlicher Leiter Zentrum für Verfemte Musik
Beim St.-Katharinenstift 8
18055 Rostock

kai.muellerhmt-rostockde
Über Kai Hinrich Müller

Frau Annika Stawik
Studentische Hilfskraft
zvmhmt-rostockde
Raum S1 07
Sprechzeiten nach Vereinbarung

Was ist verfemte Musik?

Der Begriff „verfemte Musik“ bezeichnet Musik von Komponistinnen und Komponisten, die während der Zeit des Nationalsozialismus aus politischen, rassistischen, religiösen oder weltanschaulichen Gründen ausgegrenzt und verfolgt wurden. Der Begriff grenzt sich dabei bewusst von der nationalsozialistischen Bezeichnung „entartet“ ab, mit der das NS-Regime Kunst und Musik diffamierte, die nicht seinen ideologischen Vorstellungen entsprachen. 

Die nationalsozialistische Kulturpolitik richtete sich insbesondere gegen jüdische Künstlerinnen und Künstler, die musikalische Moderne sowie gegen politisch und kulturell unerwünschte Strömungen. Zahlreiche Kulturschaffende wurden aus ihren beruflichen Positionen verdrängt, erhielten Berufs- oder Aufführungsverbote, durften nicht mehr publizieren oder wurden ins Exil gezwungen. Andere wurden deportiert und ermordet. Auch ihre Werke waren von der Verfolgung betroffen: Sie durften nicht mehr aufgeführt, verlegt oder öffentlich verbreitet werden. Viele Kompositionen verschwanden dadurch über Jahrzehnte aus dem öffentlichen Bewusstsein und gerieten weitgehend in Vergessenheit.

SoSe 2025 “Also seid ihr verschwunden, aber nicht vergessen: Musik in Konzentrationslagern”

WiSe 2023/24 “Driven into Paradise: Filmmusik und Exil”

WiSe 2020/21 “Flucht und Exil: Musikschaffen im Wandel”

Nominiert für den Opus Klassik 2022

 

Die CD „d.k. stolen melodies – Dick Kattenburg Piano Works“ mit dem Klavierduo Haufe Ahmels wurde für den Opus Klassik 2022 in der Kategorie 17 „Welteinspielung“ nominiert. Sie ist ein weiterer Schritt, um die Bekanntheit des in Auschwitz ermordeten Komponisten zu erhöhen.

 

Schriften aus dem Nachlass des Komponisten Konrad Wallerstein

 

Das Zentrum für Verfemte Musik hat aus dem Nachlass des Komponisten Konrad Wallerstein Handschriften, Noten und seltene Publikationen erhalten, die es bewahren, aber auch als Quelle für wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung stellen möchte. Der jüdische Komponist und Musikpädagoge Konrad Wallerstein lebte in Prag, als er und seine Frau Frieda am 13. Juli 1943 nach Theresienstadt deportiert wurden. Mit einem der letzten Herbsttransporte wurden sie Ende Oktober 1944 nach Auschwitz gebracht und ermordet. Unter den Schriften befindet sich auch eine Art Autobiographie, angereichert mit Anekdoten. Wallersteins zweite Tochter Hanna, die einzige Überlebende des Holocaust aus der Familie, verfügte kurz vor ihrem Tod im Herbst 2013, dass die Dokumente in den Besitz des Zentrums für Verfemte Musik kommen.

 

EU-Förderung 2012–2014

 

Das Zentrum für Verfemte Musik erhält von 2012 bis 2014 gemeinsam mit europäischen Projektbeteiligten eine Förderung durch die Europäische Kommission. Gefördert werden deren Projekte zur Vermittlung Europäischer Kulturgeschichte und gegen das Vergessen des kulturellen Barbarismus der Nationalsozialisten im Rahmen des Programms „Europäische Strategien zur Holocaust Erinnerung (ESTHER)“.

 

Zentrum für Verfemte Musik erhält Nachlass von Peter Wallfisch 2011

 

Die Organisierenden des Schweriner Festivals Verfemte Musik und des Zentrums für Verfemte Musik konnten sich über ein besonderes Geschenk freuen. Die heute in London lebende Anita Lasker-Wallfisch überließ ihnen das Notenarchiv ihres 1993 verstorbenen Mannes, des international gefeierten jüdischen Pianisten und Klavierprofessors Peter Wallfisch. Die symbolische Übergabe des Nachlasses an das Schweriner Archiv erfolgte am Donnerstag, dem 9. November 2011.

 

Das Schweriner Archiv besteht aus ca. 800 Partituren und Noten von Komponistinnen und Komponisten aus der ganzen Welt, u. a. klassische Literatur, aber auch Werke von englischen, spanischen und südamerikanischen Komponisten. Darüber hinaus beinhaltet das Archiv auch Werke verfemter Komponisten, wie beispielsweise Hans Gál, Paul Ben-Haim, Erwin Schulhoff und Darius Milhaud. Es wurde nun um das Notenarchiv von Peter Wallfisch erweitert, das im Wesentlichen aus Notenpartituren für Klavier solo und Klavier vierhändig besteht.

Einspielungen

  • CD „d.k. stolen melodies – Dick Kattenburg Piano Works“ mit dem Klavierduo Friederike Haufe und Volker Ahmels (nominiert für OPUS Klassik, 2022) 
  • CD „Intervals“ mit Werken von Ingolf Dahl mit dem Ensemble SONeO (2017)

Bücher & Verzeichnisse

  • „Musikerinnen und Musiker im Ghetto Theresienstadt. Dokumentation und Register“, hg. von Kai Hinrich Müller in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Verfemte Musik (Hochschule für Musik und Theater Rostock) und dem Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit, Hamburg: NS-Verfolgung und Musikgeschichte (2026 ff., in Veröffentlichung)
  • Melina Paetzold: „Ingolf Dahl: Biografie eines musikalischen Wanderers“ (2019)
  • „Konrad Wallerstein (1879–1944): Meine Lebenserinnerungen, ein Familienbild (1942)“, hg. von Melina Paetzold, Zentrum für Verfemte Musik (2017)
  • ... und werde in allen Lexika als „British“ ... aufgeführt ... Beiträge des Symposiums über „Continental Britons“, Schwerin, 27.–29. September 2012, hg. von Gerold Gruber (Redaktion: Eva Teimel) (2012)

In der Serie Jüdische Miniaturen im Verlag Hentrich & Hentrich: 

  • Eva Fox-Gál und Anthony Fox: Hans Gál. Ein Jahrhundert Musik (Bd. 131, 2012)
  • Klaus Bertisch: Leo Smit. Unerhörtes Talent (Bd. 156, 2014)

Noteneditionen

  • Hermann D. Koppel: Notenedition einer Spielversion zur Suite (1931) (2016, in Vorbereitung)
  • Ingolf Dahl: Rondo / Four Intervals, hg. von Volker Ahmels, Friederike Haufe, Hartmut Möller und Martin Schröder (2018)
  • Dick Kattenburg: Klavierwerke zu 4 Händen, Neuausgabe des Notentextes in Zusammenarbeit mit dem Klavierduo Friederike Haufe und Volker Ahmels, der Leo Smit Stichting und Donemus Publ. Den Haag (2021)

„Wellenlänge Wissenschaft ON TOUR“

08.10.2026                                                                                                                                                                                                         Max-Samuel-Haus                                                                                                                                                                                           Beginn: 19:30Uhr 

Mit „Wellenlänge Wissenschaft ON TOUR“ bringt der Verein Rostock denkt 365° Wissenschaft, Forschende und Geschichte(n) an besondere Orte der Stadt. In 10-minütigen Präsentationen am 8. Oktober 2026 um 19.30 Uhr ist die Veranstaltungsreihe im Max-Samuel-Haus zu Gast.
Diese Ausgabe unterscheidet sich bewusst von früheren Veranstaltungen: Dieses Mal steht nicht die ganze „bunte“ Vielfalt wissenschaftlicher Themen im Mittelpunkt. Stattdessen widmet sich der Abend einem besonderen Kapitel der Rostocker Stadtgeschichte – jüdischem Leben, Verfolgung und Vertreibung in der Zeit des Nationalsozialismus sowie den Fragen nach Heimat, Zugehörigkeit und Erinnerung.
Unter dem Titel „Was bleibt? Jüdisches Leben zwischen Heimat, Verfolgung und Erinnerung“ spannt das Programm einen Bogen von der Geschichte des Ghettos Theresienstadt und dem Schicksal der Rostocker Familie Siegmann bis zur Frage, welche Bedeutung Häuser als Orte religiöser Identität, persönlicher Zugehörigkeit und Erinnerung besitzen. Musik von Studierenden der hmt Rostock und Einblicke in die Geschichte verfemter Musik ergänzen die wissenschaftlichen und historischen Perspektiven des Abends.

Prof. Volker Ahmels führte ein in das Thema der verfemten Musik. Es musizierten Studierende der hmt Rostock. 

 

Internationaler Interpretationswettbewerb Verfemte Musik 2026 

Der Internationale Interpretationswettbewerb Verfemte Musik fand vom 09. bis 12. April 2026 an der hmt Rostock statt. Musikerinnen und Musiker zahlreicher Nationalitäten traten in den sechs Kategorien Klavier solo, Streichinstrumente Solo/Duo, Blasinstrumente Solo/Duo, Gesang/Lied-Duo, Klavierduo und Duobesetzungen ohne Klavier an. 

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

1. Preis
Zihao Wang (Saxophon, Hochschule für Musik Würzburg) / Xintian Zhu (Klavier, Hochschule für Musik und Theater München)

2. Preis
Mikhail Krasnenker (Klavier, Hochschule für Musik und Tanz Köln)

3. Preis (geteilt)
Eunseo Ryu (Kontrabass, Hochschule für Musik und Theater Rostock)
Sarah Yang (Violine, Hochschule für Musik Freiburg) / Joseph Howson (Klavier, Hochschule für Musik und Tanz Köln)

Sonderpreis der Fondation Hindemith:
Kotone Yokoyama (Klavier, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart) / Kanon Yokoyama (Klavier, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart)
Eunseo Ryu (Kontrabass, Hochschule für Musik und Theater Rostock)

Sonderpreis des Exilarte:
Jeongin Lee (Sopran, Hochschule für Musik und Theater Rostock) / Rin Watanabe (Klavier)

Sonderpreis der Leo Smit Stichting:
Hamlet Ambarzumjan (Klavier)

Nachwuchsförderpreise des Landes Mecklenburg-Vorpommern:
Lora Vangelova (Sopran, Hochschule für Musik und Theater Rostock) / Antonio Cicala (Klavier, Hochschule für Musik und Theater Rostock)
Lisa Hübner (Sopran, Hochschule für Musik und Theater Rostock)
Jeongin Lee (Sopran, Hochschule für Musik und Theater Rostock) / Rin Watanabe (Klavier)
Luisa Beringer (Oboe, Hochschule für Musik und Theater Rostock)
Emanuele Crucianelli (Violoncello, Hochschule für Musik und Theater Rostock)
Lezi Zhang (Klavier, Hochschule für Musik und Theater Rostock)
Nao Kanemura (Klavier, Hochschule für Musik und Theater Rostock) / Yoshiaki Sato (Klavier, Hochschule für Musik und Theater Rostock)

 

Das Konzert der Preisträgerinnen und Preisträger fand an 12. April um 11Uhr im Kammermusiksaal der hmt Rostock statt.

 

Wir kooperierten mit der Kunsthalle Rostock im Begleitprogramm zur Ausstellung totenstill

27. Januar 2026
Beginn: 19.00 Uhr
Aber wer ist schuld? 70 Jahre nach dem Film Nuit et Brouillard (Nacht und Nebel) von Alain Resnais
Im Rahmen der Ausstellung totenstill lud die Kunsthalle Rostock zu einer Veranstaltung in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater Rostock ein, die dem Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Konzentrationslager gewidmet war. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Film Nuit et Brouillard (Nacht und Nebel) von Alain Resnais aus dem Jahr 1955.
Im Anschluss an die Vorführung des ca. 30-minütigen Films fand ein Podiumsgespräch mit dem Leiter der Kunsthalle Dr. Jörg-Uwe Neumann und den Musikwissenschaftler:innen Prof. Dr. Friederike Wißmann (hmt Rostock), Jun.-Prof. Dr. Gabriele Groll (hmt Rostock), PD Dr. Kai Hinrich Müller (hfmt Köln) und Crispin Scholz (Zentrum für Verfemte Musik) statt.
Musikalisch gerahmt wurde die Veranstaltung durch die Aufführung von Musik von Hanns Eisler, Erich Wolfgang Korngold und Erich Zeisl. Es musizierten Studierende und Dozierende der Hochschule für Musik und Theater Rostock.

6. März 2026
Beginn: 19.00 Uhr
»Also seid ihr verschwunden, aber nicht vergessen«
Ein Konzertabend mit Werken verfemter Musik und zeitgenössischen Kompositionen
Im Konzert traten Werke von verfemten und vertriebenen Komponisten in einen Dialog mit zeitgenössischen Kompositionen. Zur Aufführung kamen Werke, die in Konzentrationslagern entstanden sind. Doch nicht nur die Werke wurden wiederentdeckt und zu Gehör gebracht, auch die Vielfältigkeit der Komponisten in der Moderne durch Kompostionen von Studierenden der hmt wurde sichtbar. Es musizierten Studierende und Dozierende der Hochschule für Musik und Theater Rostock.

 

Tage des Exils in Schwerin vom 08.11. bis 14.11.2025

In der Landeshauptstadt standen Veranstaltungen im Rahmen von „Tage des Exils Schwerin & Festival für Verfemte Musik“ auf dem Programm. Schicksale Exilierter und einst „verfemter“ Künstlerinnen und Künstler sichtbar zu machen und aus der Anonymität zu holen, das war ein Schwerpunkt des Veranstaltungsprogramms „Tage des Exils Schwerin & Festival für Verfemte Musik“, das erstmals stattfand. Konzerte, Führungen, Lesungen und Diskussionen an zentralen Orten der Schweriner Innenstadt luden dazu ein, miteinander über Verfolgung, Flucht und Exil in Vergangenheit und Gegenwart ins Gespräch zu kommen. 

 

Internationaler Interpretationswettbewerb Verfemte Musik 2020

Der Internationale Interpretationswettbewerb Verfemte Musik fand vom 8. bis 11. Oktober 2020 in der Landeshauptstadt Schwerin statt. 70 junge Musiker aus 18 Nationen Europas, Asiens und Amerikas hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Dabei wurden die besten Interpretationen von Musik gesucht, deren Komponisten in der NS-Zeit verboten, verfolgt und ermordet wurden. 

Sofía Revueltas (Sopran) aus der Klasse von Olaf Haye und ihr Partner Daniel Prinz (Klavier) aus der Klasse von Professor Matthias Kirschnereit gewannen beim Interpretationswettbewerb Verfemte Musik den Sonderpreis der Nachwuchskünstlerförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

 

Online-Filmkonzert zur Erinnerung an verfemte Künstler am 10. Mai 2020

Das Filmkonzert „Serenade trifft Blues“ u.a. mit Musik von Ingolf Dahl feierte am 10.05.2020 um 11 Uhr seine Online-Premiere. Anlass sind der 80. Jahrestag der Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht, der 87. Jahrestag der Bücherverbrennung und das 50. Todesjahr von Ingolf Dahl.

Die Musik von Ingolf Dahl (1912-1970) und Dick Kattenburg (1919-1944) wird ergänzt durch Texte von Erich Kästner (1899-1974), Bert Brecht (1898-1956) und Kurt Schwitters (1887-1948). Vierstimmig korrespondiert Kattenburgs Blues für Klavierduo mit Dahls Serenade für Flötenquartett. Beide spiegeln die unterschiedlichen Schicksale verfemter Künstler*innen wider: der in Hamburg geborene Dahl emigrierte 1939 in die USA, Kattenburg, in Amsterdam geboren, tauchte 1941 unter, wurde 1944 verhaftet und in Auschwitz ermordet.

 

Festival Verfemte Musik 2019

Das Festival Verfemte Musik fand vom 10.-26. Oktober 2019 in Schwerin statt. Jeunesses Musicales MV e.V. brachte mit diesem Festival Komponist*innen zu Gehör, die während der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden. Meister Ihres Faches führten bei drei Konzerten u.a. selten gespielte Kompositionen auf. Die Meisterkurse in Klavier, Gesang, Violine und Liedgestaltung gaben Anreiz für alle Musiker*innen, sich intensiv mit der Musik zu beschäftigen. Beim Symposium "Musik in Diktaturen" wurde wissenschaftlich hinterfragt, wie es zu Ausgrenzung von Musiker*innen und damit zur Ächtung bestimmter Musikstile kommt. Im Rahmen eines Schulprojektes verband eine Ausstellung in einem Schweriner Gymnasium die Geschichte mit dem immer wieder aktuellen Thema. 

 

Tag der Befreiung - Tag der Erinnerung? | Symposium mit Konzert 2019

Am 8. Mai 2019 veranstalteten das Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik und das Zentrum für Verfemte Musik an der hmt Rostock das Symposium "Tag der Befreiung - Tag der Erinnerung?" (Konzeption und Organisation: Prof. Dr. Yvonne Wasserloos und Volker Ahmels).

Anlass bot der Umgang mit dem 8. Mai 1945 in der deutschen Nachkriegsgeschichte, dessen positive Deutung bis zum 8. Mai 1985 durch die Rede Richard von Weizsäckers zum "Tag der Befreiung" auf sich warten ließ.

Aus interdisziplinärer Perspektive der Musikwissenschaft und Theaterwissenschaft, Geschichtswissenschaft und Geschichtsdidaktik sowie der Gedenkstättenarbeit wurde das Thema der Erinnerungskultur fokussiert. In den Vorträgen und Diskussionen kristallisierte sich durchgängig die Problematik der Kaschierung und Verdrängung der Geschichte des NS-Regimes und auch die Instrumentalisierung des 8. Mai durch rechtsextreme Kreise heraus. Der Fokus richtete sich auf die Formen der Erinnerungskultur und -arbeit, wie künstlerische Performanz, Parodie, Ironisierung, Aufklärung. Als durchgängig thematisierte Problematik stand die Frage im Raum, wie sich die Erinnerungskultur dazu zu verhalten habe, dass zukünftig kaum noch Zeitzeugen befragt werden können.

Der Abschluss des Symposiums bildete ein Konzert mit einem Gespräch zwischen dem Bariton und Cellisten Simon Wallfisch, Enkel der Holocaust-Überlebenden Anita Lasker-Wallfisch, und Volker Ahmels, dem Leiter des Zentrums für Verfemte Musik. Es erklangen Werke von verfemten Komponisten bis hin zum Song "Europa" von den Toten Hosen.

 

Festival Verfemte Musik 2018

Das Internationale Festival Verfemte Musik, das vom 4. - 14. Oktober 2018 in der Landeshauptstadt Schwerin stattfand, bot einen Interpretationswettbewerb Verfemte Musik in fünf Kategorien mit der Möglichkeit, auch Solokonzert zu spielen, sowie Konzerte, Inszenierungen, Ausstellungen und Zeitzeugengespräche.

Die Sonderpreise des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Bereich der Nachwuchskünstlerförderung gingen an den Bariton Jonathan Hartzendorf, die Pianistin Eunae Yun, das Klavierduo Sebastian und Arkadiusz Godzinsky sowie die Pianistin Olha Tomyna, die außerdem den Sonderpreis des exil.arte Zentrums gewann; alle studieren an der hmt Rostock.

 

10 Jahre Zentrum für Verfemte Musik 2018

Das 10-jährige Bestehen des "Zentrums für Verfemte Musik" wurde am 27. Januar 2018 mit einem Festtag feierlich begangen. Auf dem Programm standen u.a. eine Zeitzeugenbegegnung mit Arthur Frid, Sohn des Komponisten und Pianisten Géza Frid, verschiedene Vorträge und Konzertbegegnungen. Die Leitung oblag Volker Ahmels. 

 

Festival Verfemte Musik 2016 mit Interpretationswettbewerb

 

Festival Verfemte Musik 2015

 

Erinnerungen wachhalten – 6 Jahre Zentrum für Verfemte Musik 2014

Gedenkveranstaltung und Konzert am 27.01. in der Schlosskirche Schwerin  

 

Gedenkfeier für die Novemberpogrome 2013

Studierende spielten im Schweriner Schloss Werke von Dick Kattenburg.

 

Studierende der hmt brillierten mit verfemter Musik 2013

Anlässlich der 68. Wiederkehr der Befreiung des Konzentrationslagers Wöbbelin bei Ludwigslust wurde erstmals am 2. Mai 2013 ein Konzert mit Werken verfemter Komponisten unter der Leitung und Moderation von Volker Ahmels in Ludwigslust veranstaltet. Auch Zeitzeugen waren anwesend.

 

Ausstellung im Foyer der hmt zum Komponisten Hans Gál 2013 vom 25.01. - 28.02.2013 aus Anlass des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus 

 

Konzerte mit Preisträgern des Wettbewerbs Verfemte Musik 2012 am 08. und 09. November in Greifswald und Schwerin

 

Festival Verfemte Musik 2012

 

Kammermusikfestival "Bohème! Musik aus Böhmen und Mähren" 07. bis 11. Juni 2011 an der hmt Rostock

 

Erinnerung musikalisch wachhalten: Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus 27. Januar 2010

 

Walter Arlen Festival vom 03. bis 05. November 2009 an der hmt Rostock