Prof. Andreas Dresen

Andreas Dresen, 1963 in Gera geboren, kommt aus einer Theaterfamilie und drehte bereits ab 1979 erste Amateurfilme. 1984/85 war er Tontechniker am Schweriner Theater, anschließend absolvierte er ein Volontariat im DEFA Studio für Spielfilme und arbeitete als Regieassistent bei Günter Reisch. Von 1986 bis 1991 studierte Andreas Dresen Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Seit 1992 arbeitet er als freier Autor und Regisseur. Er lebt in der Nähe von Potsdam und ist Mitglied der Akademie der Künste, der Europäischen Filmakademie sowie Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie. Zum 1. Juni 2018 nahm er die nebenberuflich-künstlerische Professur im Fach Filmschauspiel an der hmt Rostock an.

Bereits sein Debütfilm Stilles Land (1992), eine Tragikomödie über die Wende in der ostdeutschen Provinz, brachte ihm den deutschen Kritikerpreis ein. Mit seinem Episodenfilm Nachtgestalten erlebte Dresen auf der Berlinale 1999 den Durchbruch; es folgten Die Polizistin (2000) und die komplett improvisierte Tragikomödie Halbe Treppe (2001), für den er unter anderem mit dem Silbernen Bären der Berlinale ausgezeichnet wurde. Mit einer Millionen Kinobesuchern ist Sommer vorm Balkon (2005) sein bislang größter Publikumserfolg. Wolke 9 (2007), ein improvisiertes Drama über Liebe und Sexualität im Alter, gewann unter anderem den Jurypreis Coup de Coeur in der Reihe „Un Certain Regard“ bei den Filmfestspielen in Cannes 2008. In Whisky mit Wodka (2009) beleuchtete Dresen auf komödiantische Weise das Filmmetier und wurde dafür beim Festival in Karlovy Vary als bester Regisseur ausgezeichnet. Halt auf freier Strecke (2011), ein improvisierter Film über das Sterben eines Familienvaters, erlebte bei den Filmfestspielen in Cannes seine Uraufführung und wurde mit dem Hauptpreis der Sektion „Un Certain Regard“ und 4 Deutschen Filmpreisen (Bester Film - Gold, Beste Regie u.a.) ausgezeichnet. Mit der Literaturverfilmung von Clemens Meyers Nachwenderoman ALS WIR TRÄUMTEN nahm Dresen 2015 bereits zum dritten Mal am Wettbewerb der Berlinale teil und gab 2016 mit TIMM THALER ODER DAS VERKAUFTE LACHEN sein erfolgreiches und mehrfach ausgezeichnetes Debüt als Kinderfilmregisseur.

Dresen dreht auch Dokumentarfilme und arbeitet neben dem Kino seit Mitte der 90er Jahre kontinuierlich am Theater. 2006 feierte mit Mozarts Don Giovanni seine erste Opernregie in Basel erfolgreich Premiere, 2011 folgte im Potsdamer Schlosstheater Le Nozze di Figaro, 2015 ARABELLA von Richard Strauss an der Bayerischen Staatsoper.

Seit Ende 2012 ist Andreas Dresen auch Verfassungsrichter im Land Brandenburg, seit 2013 Vorsitzender des Stiftungsrates der DEFA-Stiftung. Er unterrichtet immer wieder an verschiedenen Filmhochschulen im In- und Ausland. Sein neuer Film über das Leben des Rockpoeten und Baggerfahrers Gerhard Gundermann befindet sich in der Endfertigung.

Filmographie (Auswahl)

1992    Stilles Land
1999    Nachtgestalten
2000    Die Polizistin
2001    Halbe Treppe
2002    Herr Wichmann von der CDU (Dokumentarfilm)
2005    Sommer vorm Balkon
2007    Wolke 9
2008    Whisky mit Wodka
2011    Halt auf freier Strecke
2014    Als wir träumten
2016    Timm Thaler oder das verkaufte Lachen
2018    Gundermann (in Produktion)


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