DAFÜR! Rostocks Kultur zeigt Flagge für Demokratie

Neuer Markt Rostock | 7. September 2026 | 17.30 Uhr

Dat du min Leevsten büst 

Dat du min Leevsten büst, dat du woll weeßt.
Kumm bi de Nacht, kumm bi de Nacht, segg, wo du heeßt!
Kumm bi de Nacht, kumm bi de Nacht, segg, wo du heeßt!

Kumm du um Middernacht, kumm du Klock een!
Vader slöpt, Moder slöpt, ick slaap alleen.
Vader slöpt, Moder slöpt, ick slaap alleen.

Klopp an de Kammerdör, fat an de Klink!
Vader meent, Moder meent, dat deit de Wind.
Vader meent, Moder meent, dat deit de Wind.

Kumm denn de Morgenstund, kreiht de ol Hahn.
Leevster min, Leevster min, denn mößt du gahn.
Leevster min, Leevster min, denn mößt du gahn. 

 

Die Gedanken sind frei

Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten,
sie fliegen vorbei,
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen.
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei.

Ich denke, was ich will,
und was mich beglücket,
doch alles in der Still,
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei.

Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
das alles sind rein
vergebliche Werke;
denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei:
die Gedanken sind frei.

Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
und denken dabei:
die Gedanken sind frei. 

 

Hejo, spann den Wagen an

Hejo, spann den Wagen an,
sieh, der Wind treibt Regen übers Land!
Hol die goldnen Garben,
hol die goldnen Garben!

 

Mine Heimat 

Wo de Ostseewellen trecken an den Strand,
Wo de gele Ginster bleuht in’n Dünensand,
Wo de Möwen schriegen, grell in’t Stormgebrus,
Da is mine Heimat, da bün ick tau Hus.

Well- und Wogenrunschen, wir min Weigenlied,
Un de hogen Dünen, seg’n min Kinnertied,
Seg’n uch mine Sehnsucht, un min heit Begehr,
In de Welt tau fleigen öwer Land un Meer.

Woll het mi dat Leben dit Verlangen stillt,
Het mi allens geben, wat min Herz erfüllt,
Allens is verswunden, wat mi quält un drew,
Hev nu Frieden funden, doch de Sehnsucht blew.

Sehnsucht na dat lütte, stille Inselland,
Wo de Wellen trecken an den witten Strand,
Wo de Möwen schriegen grell in’t Stormgebrus, –
Denn da is min Heimat, da bün ick tau Hus.

 

Hoch auf dem gelben Wagen

Hoch auf dem gelben Wagen
sitz ich beim Schwager vorn.
Vorwärts die Rosse traben,
lustig schmettert das Horn.
Berge und Wälder und Matten,
leuchtendes Ährengold,
ich möchte wohl ruhen im Schatten,
aber der Wagen, der rollt.

löten hör ich und Geigen,
lustiges Bassgebrumm,
junges Volk im Reigen
tanzt um die Linde herum.
Wirbelnde Blätter im Winde,
es jauchzt und lacht und tollt,
ich bliebe so gern bei der Linde;
aber der Wagen, der rollt.

Postillion in der Schenke
füttert Rosse im Flug,
schäumendes Gerstengetränke
reicht uns der Wirt im Krug.
Hinter den Fensterscheiben
lacht ein Gesicht gar hold,
ich möchte so gerne noch bleiben,
aber der Wagen, der rollt.

Sitzt einmal ein Gerippe
hoch auf dem Wagen vorn,
hält statt der Peitsche die Hippe,
Stundenglas statt Horn.
Sag ich: Ade, nun, ihr Lieben,
die ihr nicht mitfahren wollt,
ich wäre so gern noch geblieben,
aber der Wagen, der rollt. 

 

Am Brunnen vor dem Tore

Am Brunnen vor dem Tore da steht ein Lindenbaum,
ich träumt in seinem Schatten so manchen süßen Traum.
Ich schnitt in seine Rinde so manches liebe Wort.
Es zog in Freud und Leide zu ihm mich immerfort,
zu ihm mich immerfort.

Ich mußt’ auch heute wandern vorbei in tiefer Nacht,
da hab' ich noch im Dunkeln die Augen zugemacht.
Und seine Zweige rauschten, als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle, hier find’st du deine Ruh! 

Die kalten Winde bliesen mir grad ins Angesicht,
der Hut flog mir vom Kopfe, ich wendete mich nicht.
Nun bin ich manche Stunde entfernt von jenem Ort,
und immer hör ich’s rauschen: du fändest Ruhe dort! 

 

Kein schöner Land

Kein schöner Land in dieser Zeit,
als hier das unsre weit und breit,
wo wir uns finden wohl unter Linden zur Abendzeit,
wo wir uns finden wohl unter Linden zur Abendzeit.

Da haben wir so manche Stund’
gesessen wohl in froher Rund’
und taten singen; die Lieder klingen im Eichengrund,
und taten singen; die Lieder klingen im Eichengrund.

Dass wir uns hier in diesem Tal
noch treffen so viel hundertmal,
Gott mag es schenken, Gott mag es lenken, er hat die Gnad’,
Gott mag es schenken, Gott mag es lenken, er hat die Gnad’.

Nun, Brüder, eine gute Nacht,
der Herr im hohen Himmel wacht!
In seiner Güten uns zu behüten ist er bedacht.
In seiner Güten uns zu behüten ist er bedacht. 

 

Der Mond ist aufgegangen

Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar. 

Wie ist die Welt so stille, 
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt. 

Seht ihr den Mond dort stehen? - 
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn. 

So legt euch denn, ihr Brüder, 
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon’ uns, Gott! mit Strafen,
Und lass uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!

 

Froh zu sein bedarf es wenig 

Froh zu sein bedarf es wenig
Und wer froh ist, ist ein König.