Prof. Dr. Thomas Offermann

Thomas Offermann begann das Gitarrespiel im Alter von 7 Jahren und ist heute einer der profiliertesten Gitarristen und Gitarrenpädagogen in Deutschland. Er schloß seine Studien an den Musikhochschulen in Köln und Aachen (Prof. Tadashi Sasaki, Hubert Käppel) mit Auszeichnung ab. 1990 erhielt er an der Musikakademie Basel (Klasse Oscar Ghiglia) sein Solistendiplom. Unter seinen Lehrenden waren Persönlichkeiten wie das AMADEUS–Streichquartett, Manuel Barrueco, David Russell, Prof. Karl Scheit und John Williams. Thomas Offermann war mehrfacher DAAD-Stipendiat, Stipendiat der „Richard-Dörken-Stiftung“ sowie Preisträger und Finalist mehrerer internationaler Wettbewerbe (International Scandinavian Guitar Competition, Certamen International „Andrès Segovia“ und Certamen International „Francisco Tárrega“).

Als Solist, mit Orchestern, als Kammermusiker in unterschiedlichsten Besetzungen und mit dem DUO SONARE, einem international herausragenden Gitarrenensembles, bereiste er mehr als 40 Länder der Welt und gastierte bei den großen internationalen Gitarren- und Kammermusikfestivals. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehproduktionen im In- und Ausland (darunter ein einstündiges Portrait in der DLF- Reihe „Klassik-Pop-et cetera“) sowie acht international hochbeachtete CD-Einspielungen mit dem DUO SONARE dokumentieren seine künstlerische Arbeit. Gemeinsam mit dem DUO SONARE war Thomas Offermann der erste, der das Repertoire der klassischen Gitarre für Kompositionen von Musikern wie Chick Corea, Frank Zappa oder Mike Oldfield öffnete.

Neben seinem Engagement als konzertierender Künstler hat sich Thomas Offermann als erfahrener, feinfühliger Pädagoge und Motivationskünstler, aber auch als akribischer Gitarren-„Trainer“ international einen Namen gemacht. Seit 1998 leitet er eine Soloklasse an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, die Studierende aus der ganzen Welt anzieht. 2005 wurde er hier zum Honorarprofessor berufen. 2014 promoviert er über das Thema "Einfach Gitarre spielen - Integrative Bewegungslehre Gitarre".

Er war Gastdozent an verschiedenen internationalen Musikhochschulen, so an der Hochschule für Künste Bremen, der Manhattan School of Music in New York, der Yale University in New Haven, der Eastman School of Music in Rochester, NY, sowie an den Hochschulen in Nishni Nowgorod, Minsk, Saigon und Hanoi. Außerdem gab er Meisterkurse bei bedeutenden Gitarrenfestivals, z.B. Esztergom (Ungarn), Bath (England), Mikulov (Tschechische Republik), Burgos (Spanien), Saint Paul (Frankreich), sowie regelmäßige Interpretationskurse in allen Teilen Deutschlands und zusammen mit dem Duo Sonare jährlich einen Meisterkurs an der Landesmusikakademie Nordrhein-Westfalen in Heek. Auch als Jurymitglied und -präsident bei renommierten internationalen Wettbewerben ist er aktiv. Konzerte und Meisterkurse z.B. mit Pavel Steidl, Oscar Ghiglia, David Qualey und Uwe Kropinski zeugen von seiner musikalischen Offenheit.

Ein Hauptanliegen seiner Arbeit ist, seine Studierenden unter optimaler künstlerischer Führung darin zu unterstützen, sich zu Künstlerpersönlichkeiten zu entwickeln, die selbst als Pädagoginnen und Pädagogen sowie Künstlerinnen und Künstlern auf dem heutigen Markt bestehen können. Studierende seiner Meisterklasse sammeln zahlreiche Konzerterfahrungen an renommierten Spielorten: jährliche Konzerte seiner Klassen bei den „Bonner Meisterkonzerten Klassische Gitarre“ in Bonn und Berlin, TV-Portrait einzelner Studierender, Live-Radio-Mitschnitte sowie Konzerte mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock.

Bei Thomas Offermann herrscht eine offene, kreative und sehr konzentrierte Atmosphäre. Offermann arbeitet genau und analytisch, erklärt Musik und Technik für jeden verständlich und benutzt dabei manche überraschende Metapher. Es gelingt ihm, seinen Schülerinnen und Schülern mehr Bewusstsein für sein Spiel zu vermitteln und blockierende Angst abzubauen. Er stellt einen hohen künstlerischen Anspruch an seine Schülerinnen und Schüler und ermöglicht ihnen, diesen zu erfüllen. Für Thomas Offermann bestimmt nicht das Fehlerzählen die Arbeit an der Musik: Musik als Kunstausübung und nicht als Abspulen mechanischer Spielabläufe in schulmeisterlicher Übemanier.


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