wagnerspectrum


Seit 2005 erscheint zweimal jährlich die musikwissenschaftliche Zeitschrift wagnerspectrum.

Die verantwortliche Redaktion liegt seit Januar 2020 an der hmt Rostock bei Prof. Dr. Friederike Wißmann unter Mitarbeit von Gabriele Groll, Alexander Thomas und Lena Engel.

Das wagnerspectrum ist ein meinungsoffenes Zentrum der internationalen Wagner-Forschung und versteht sich als ein zentrales Diskussionsforum zu Richard Wagner, seinen Werken und seiner Rezeption. Die Zeitschrift verfolgt das Ziel, die interdisziplinären Forschungen, Analysen und Debatten sowohl zur Person Richard Wagners wie zu seinen Werken, auch zur Rezeption in den unterschiedlichsten Bereichen wie dem der Musik, des Theaters, der Literatur, der Politik und Philosophie in Geschichte und Gegenwart zu bündeln.

www.wagnerspectrum.de

Heft 1 / 2022 (Band 35): Wagner im Film

Aus dem Inhalt:

  • Knust, Martin: „hier hört man klopfen“ – Wagners Werke als Vorläufer des Filmsoundtracks.
  • Huck, Oliver: Wagner als Tonbild.
  • Groll, Gabriele: Wagner im absoluten Film.
  • Henzel, Christoph: Wagner-Nachfolge? – Leitmotivtechnik in der deutschen Filmmusik der 1920er bis 40er Jahre.
  • Gall, Johannes C./Reich, Silke: „Ein ganz neuer Hörerkreis für die Wagner-Musik“? – Das Wagner-Biopic Magic Fire und Korngolds musikalischer Beitrag.
  • Rudolph, Pascal: Von Bayreuth bis Weltuntergang – Lars von Triers Ring des Nibelungen.
  • Bronfen, Elisabeth/Daub, Adrian: Brünnhilde Unchained – Tarantinos Wagner.
  • Mertens, Volker: Aus Die Sieger wird Der Sieger – Konzeptionelle Wandlungen eines Opernprojekts in den Jahren 1856–1883.
  • Kaiser, Hartmut M.: Wagners Waldvogel – Ein Wegbereiter intriganter Machenschaften?
  • Hoffmann, Tim Martin: Wer bläst die Fanfaren? Thomas Mann und der ‚dichterische Fehler‘ in Wagners Lohengrin.
  • „Kunst war nie etwas dem Leben Entrissenes“ – Oksana Lyniv im Gespräch mit Friederike Wißmann.

Interview mit der ukrainischen Dirigentin Oksana Lyniv

Oksana Lyniv © Oleh Pavliuchenkov

Friederike Wißmann: Liebe Frau Lyniv, […] Sie wurden in Brody, einer Stadt in der Ukraine, geboren. In diesen Tagen fällt es uns schwer, über andere Themen als die Situation in der Ukraine zu sprechen. Ist die Musik für Sie ein Platz, der jenseits des Politischen verortet ist?

Oksana Lyniv: Gerne. Warum soll Musik etwas jenseits des Politischen sein? Die Musik ist Teil von uns, in allen Bereichen unseres Lebens.

W: Die Rolle der Musik wurde gerade zu Krisenzeiten besonders konnotiert. Sie wurde für Interessen eingesetzt, auf der anderen Seite wurde behauptet, dass die Musik erhaben sei, und dass sie mit dem Politischen deshalb nichts zu tun hätte. Sie sehen es anders?

L: Ich denke an den Ursprung und die Entstehung der klassischen Musik. Gerade die Oper hat direkt mit der Gesellschaft zu tun. Das antike Theater und das Drama sind mit dem Ziel entstanden, die Gesellschaft zu entwickeln. Es ging darum, über die ausgesuchten Themen die Gesellschaft zu erziehen. Das ging durch Empathie, und vor allem durch tiefe philosophische Themen, die in Kunstwerken behandelt werden. In der Kunst geht es um den Sinn des Lebens, und den Sinn von Leben und Tod. Sie hilft, uns damit auseinanderzusetzen. Die Kunst war also nie etwas dem Leben Entrissenes.

Das Interview ist für die Zeitschrift wagnerspectrum (Juli 2022) entstanden und wurde von Professorin Dr. Friederike Wißmann und Gabriele Groll geführt.

Zum vollständigen Interview


Heft 2 / 2021 (Band 34): Wagner als Briefschreiber

Aus dem Inhalt:

  • Dürrer, Martin: Ouvertüre mit Paukenschlag? – Der „erste“ Brief. Brief an B. Schott’s Söhne in Mainz, 6. Oktober 1830.
  • Voss, Egon: Verzweiflung oder Kalkül? Brief an Giacomo Meyerbeer, 3. Mai 1840.
  • Kröplin, Eckart: Der Ring und die Revolution – Wagner zwischen Kunst und Politik. Brief an Theodor Uhlig, 12. November 1851.
  • Gustorff, Sophia: Briefmusik: „Labung biet ich dem lechzenden Gaumen“. Billet an Otto und Mathilde Wesendonck, Sommer 1854.
  • Unseld, Melanie: Die „Morgenbeichte“ – Eine Relektüre. Brief an Mathilde Wesendonck, 7. April 1858.
  • Friedrich, Sven: Dreigroschenoper – Wagner, Liszt und das Geld. Brief an Franz Liszt, Silvester 1858.
  • Konrad, Ulrich: Monarch und Meister, oder: „Diess ist Königs- und Dichters-Liebe!“. Brief an Ludwig II. von Bayern, 1. Juni 1866.
  • Hinrichsen, Hans-Joachim: Die Macht des Schicksals. Brief an Hans von Bülow, 30. September 1867.
  • Neymeyr, Barbara: Metamorphosen einer „Sternen-Freundschaft“. Brief an Friedrich Nietzsche, 12. Juni 1872.
  • Schmidt, Matthias: Das inszenierte Abendmahl. Brief an Hermann Levi, 1. Juli 1881.
  • "Kunst ist in der Welt, aber Kunst ist nicht die Welt" – Ulrich Konrad und Dieter Borchmeyer im Gespräch mit Friederike Wißmann.

Heft 1 / 2021 (Band 33): Der fliegende Holländer

Aus dem Inhalt:

  • Voss, Egon: „gehörige confusion“ – Über Wagners Umgang mit dem Fliegenden Holländer.
  • Stollberg, Arne: „…wenngleich auch manche Unbekanntschaft mit der Scene aus selbigem hervorblickt“ – Wagners Fliegender Holländer: Von den schwierigen Anfängen eines ‚work in progress‘.
  • Borchmeyer, Dieter: „Der ewige Jude des Ozeans“ – Wagners Weltschmerz-Oper Der fliegende Holländer.
  • Wißmann, Friederike: „Auge und Ohr, wie Geist und Herz“ – Zur Wirkungsmacht von Bild und Ballade in Wagners Fliegendem Holländer.
  • Mende, Wolfgang: „denn das Blech war hier eben nicht nur Zufälligkeit“ – Strategien der Instrumentation im Fliegenden Holländer.
  • Fuhrmann, Wolfgang: „Die düstre Glut, die hier ich fühle brennen, solltʼ ich Unseliger sie Liebe nennen?“ – Der Antiheld der romantischen Oper bei Marschner und Wagner.
  • Schaper, Christian und Pappel, Kristel: Der fliegende Holländer (DDR 1964). Joachim Herzʼ Verfilmung als Meilenstein des Opernfilms mit der Holländer-Interpretationsgeschichte.
  • Michaelsen, René: Wagners Kurschatten. Konvention und Konfusion in Paul Hindemiths Ouvertüre zum „Fliegender Holländer“, wie sie eine schlechte Kurkapelle morgens um 7 am Brunnen vom Blatt spielt.
  • Högl, Georg: Richard Wagner, Gustav Nauenburg und das Pasticcio, von Canto Spianato.
  • Caskel, Julian: Politisierung der Kunst und Ästhetisierung des Antisemitismus. Eine Korpusanalyse anhand der Bayreuther Blätter (1894–1900).
  • Piontek, Frank: Gemeines Artikel / für Tages-Artikel! – Neuaufgefundene Gedichte Richard Wagners.
  • "Die Realität der Kunst und die Künstlichkeit der Realität" – Stefan Herheim im Gespräch mit Christoph Bohm und Friederike Wißmann.

Heft 2 / 2020 (Band 32): Wagner – Weill – Amerika

Aus dem Inhalt:

  • Vaget, Hans Rudolf: Wagner in Amerika. Teil II: Vom Ersten bis zum Zweiten Weltkrieg 1917–1941.
  • Rathert, Wolfgang: „Parsifal kenne ich fast zu gut“. Anmerkungen zu Kurt Weills Wagner-Sozialisation im deutschen Kaiserreich.
  • Faßhauer, Tobias: Wagner was a brass band man, anywayˮ. Wagnerismus, Amerikanismus und populäre Orientierung bei John Philip Sousa.
  • Smolov Levy, Daniela: „Im Geist des Kampfes und der Revolution“. Wagner für ein jiddischsprachiges Publikum in Amerika des frühen zwanzigsten Jahrhunderts.
  • Herzfeld, Gregor: Epiphanie auf dem Highway. John Adams hört Wagner.
  • Fischer, Ulrich: Die Meistersinger auf New Yorks Straßen. Über eine ambivalente Beziehung.
  • Schubert, Giselher: Götterdämmerung in Mahagonny.
  • Hinton, Stephen: Weill contra Wagner. Aspekte der Ambivalenz.
  • Stollberg, Arne: Die Legitimität des Exzentrischen. Wagner, Liszt und das Problem musikalischer „Kühnheiten“.
  • Heißerer, Dirk: Wagners Köchin. Erlebnisse München 1864/65.
  • Hörisch, Jochen: Wagner-Wonnen. Zur Funktion von Richard Wagners Lieblingswort ‚Wonne‘.
  • Meier, Mischa: Der Ring des Nibelungen als Bedrohte Ordnung.
  • „Ich kann ja nicht sagen: Wir spielen mit halbem Orchester und ich singe mit dem Rücken zum Publikum“ – John Lundgren im Gespräch mit Sebastian Stauss.

Heft 1 / 2020 (Band 31): Wagner und Beethoven

Aus dem Inhalt:

  • Voss, Egon: Apotheose des Tanzes. Ein Beitrag zum Thema „Wagner und Beethovens Sinfonien“ mit einem bislang unbekannten Text Wagners über den letzten Satz von Beethovens 7. Sinfonie.
  • Schaper, Christian: Das Problem mit der Reprise. Adorno, Wagner und Beethovens Leonore-Ouvertüren.
  • Schröter, Axel: Wagners Klavierbearbeitung der 9. Symphonie als „interpretatorische Annexion“? Neue Überlegungen unter Berücksichtigung zeitgenössischer Beethoven-Arrangements von Rinck, Czerny, Kalkbrenner, Esser und Liszt.
  • Allen, Roger: „Beethovens unendliche Melodie“. Richard Wagners Rezeption der Klaviersonate Nr. 28 Op. 101.
  • Wasserloos, Yvonne: Zwischen Vereinnahmung und Affirmation. Beethoven und Wagner in der NS-Rassenideologie.
  • Petersen, Peter: Die Siegfried-Synkope. Musikalische Aspekte der Heldenfigur im Ring Richard Wagners.
  • Gribenski, Michel: Le spectre de la prose. Wagners Konzeption der Prosa im Spiegel der Debatten in Frankreich.
  • Georgiev, Kiril: Die Richard Wagner-Sammlung in der Reuter-Villa zu Eisenach.
  • Alschner, Stefan: Wagners erste Helden. Die Teilnachlässe von Joseph Tichatschek und Karl Beck in der Wagner-Sammlung Eisenach.
  • „Wenn man mich einen Beethovenianer nennen würde, dann hätte ich nichts dagegen!“ – Peter Gülke im Gespräch mit Hans-Joachim Hinrichsen.

wagnerspectrum wird herausgegeben von Friederike Wißmann (Hochschule für Musik und Theater Rostock), Dieter Borchmeyer (Universität Heidelberg), Sven Friedrich (Richard-Wagner-Stiftung / Nationalarchiv Bayreuth), Hans-Joachim Hinrichsen (Universität Zürich), Nicholas Vazsonyi (University of South Carolina, Columbia, USA) und Arne Stollberg (Humboldt-Universität zu Berlin).

Wissenschaftlicher Beirat: Udo Bermbach, Deutschland; Werner Breig, Deutschland; Hermann Danuser, Deutschland; Sieghart Döhring, Deutschland; Saul Friedländer, Israel/USA; Thomas Grey, USA; Ulrich Konrad, Deutschland; Gundula Kreuzer, USA; Yvonne Nilges, Deutschland; Hannu Salmi, Finnland; Hans Rudolf Vaget, USA; Egon Voss, Deutschland